Ich opfere mich auf für deine Liebe

Sobald ein Mann an meiner Seite war, wollte ich diesen um jeden Preis an mich binden. Jede noch so kleine Veränderung zwischen uns, nahm ich in jeder Zelle meines Körpers wahr. In diesen Momenten wurde meine Ur-Angst wieder aktiviert verlassen zu werden. In der Vergangenheit erlebte ich dieses immer wieder. Dadurch, dass ich schon als Kind gelernt habe, dass andere wichtiger sind als ich, tat ich alles, um Harmonie herzustellen. Ging es meinem Partner und meinem Umfeld gut, war auch ich glücklich. Gab es Probleme, war ich sofort verfügbar, um diese zu lösen.

Meine emotionale Abhängigkeit, war ein Kreisverkehr, in dem es keine Ausfahrt gab. Ich verlor mich in meinen Beziehungen, indem ich mich und mein Leben verleugnete. Selbst in meinen Freundschaften hatte ich stets ein offenes Ohr und war somit sehr beschäftigt.
Über meine eigenen Wünsche wusste ich nicht viel, denn mir war es wichtiger, dass alle um mich herum gut versorgt sind.

Auswirkungen der emotionalen Abhängigkeit

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es dir in deinen Beziehungen ähnlich ergeht.
Wir nehmen die Verhaltensweisen nach und nach des Partners an.
Dadurch, dass wir uns so weit von unserer wahren Identität entfernt haben, identifizieren wir uns mit dem Partner. Wir hören die gleiche Musik, trinken zu viel Alkohol, weil er sich gerne mal ein Glas Wein gönnt, und tragen die Klamotten, wovon wir ganz genau wissen, dass er sie liebt. Wir jammern mit ihm oder in unserem Umfeld mit und lästern über andere Menschen, weil er oder das Umfeld es ebenfalls tut.

Die Absicht dahinter ist eindeutig erkennbar. Wir wollen dazugehören und um jeden Preis gefallen. In meinen Beziehungen wirkte sich meine emotionale Abhängigkeit insofern aus, dass ich rund um die Uhr die Bestätigung seiner Liebe benötigte. Meldete er sich nicht zum ausgemachten Zeitpunkt, lief mein Puls schon auf Hochtouren. In meinen Gedanken spielten sich die schlimmsten Horrorszenarien ab. Von Trennung und schlimmen Unfall, es war alles dabei.

Rief er mich dann an, war ich entweder kurz angebunden, weil ich innerlich bockig wie ein kleines Mädchen war, oder ich machte ihn eine Szene.
Anstatt ich mir erst einmal Informationen einholte, was der tatsächliche Grund seiner Verspätung war, machte ich stattdessen zu. Eine vernünftige Konversation war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.
Kennst du diese Momente auch aus deinen Beziehungen?

Emotionale Abhängigkeiten loslassen

Um sich aus emotionalen Abhängigkeiten zu lösen, braucht es Bewusstsein für die eigenen Muster.
Oftmals suchen wir uns die Bestätigung unserer Existenz durch einen Partner.
Er muss uns in irgendeiner Form beweisen, dass wir liebenswert sind.
Das Problem daran ist, dass wir durch unseren unstillbaren Durst nach Liebe und Anerkennung, viel zu lange in entwürdigenden Beziehungen verharren.

Wir geben uns mit ein paar Krümeln zufrieden, anstatt den großen Kuchen zu genießen. Selbst die Beziehungen, die immens Schmerzen auslösen, bekommen noch das Etikett verpasst: „Das wird wieder besser.“

Wir täuschen uns selbst über die Tatsache hinweg, dass der Narzisst ein Traumprinz sei, obwohl seine Worte und Taten eine eindeutige Sprache sprechen. Spätestens hier dürfen wir aus dem Nebel unserer Scheinwelt heraustreten. Für die Genesung der emotionalen Abhängigkeit braucht es den Mut, hinter seine verborgenen Schatten zu schauen.

Vielleicht sehnst du dich noch heute nach der unerfüllten Vater oder Mutterliebe. Verzweifelt suchst du diese in jedem potenziellen Partner.
Deshalb matcht es auch so gut zwischen einem empathischen und einem tendenziell narzisstischen Menschen. Sie begegnen sich mit einem verletzten inneren Kind, wobei sie jeweils in dem anderen die Erlösung suchen.

Doch ein Partner ist niemals dafür da, die Verletzungen der Vergangenheit zu tragen, noch zu erlösen. Wenn wir den Kampf um halbherzige Liebe beenden wollen, brauchen wir den Mut unsere Vergangenheit zu heilen, um uns von unserem Ur-Schmerz zu befreien.

Mir hat es geholfen, nach meiner letzten Beziehung, eine längere Beziehungspause einzulegen.
Dadurch, dass ich die längste Zeit meines Lebens in Partnerschaften verbracht habe, wollte ich unbedingt einen tieferen Zugang zu mir erhalten.
Über meine Ex-Partner wusste ich so ziemlich alles. Was ihre Lieblingsspeise war, welche Träume und Visionen sie für sich hatten.

Über mich konnte ich nicht viel sagen. Welche Träume ich hatte, blieben zuerst einmal unbeantwortet, doch das wollte ich nun herausfinden.
Ich wollte meinem wahren Selbst begegnen und mich aus den Fesseln meiner Abhängigkeiten befreien. Fest entschlossen machte ich mich auf die Reise und übernahm ab diesem Zeitpunkt die volle Verantwortung für mein Leben.

Ab jetzt gebe ich mir die Liebe, die ich brauche

Womit fange ich an, um mich aus der Abhängigkeit zu befreien?

1. Woher kommt meine emotionale Abhängigkeit?

Seine eigene Biografie zu hinterfragen ist immens wichtig.
Gab es in der Kindheit Erfahrungen, die unberechenbar für dich waren?
Musstest du dich als kleines Kind vor Anfeindungen und Bestrafungen schützen und verhieltest dich dadurch angepasst und engagiert, die Bedürfnisse anderer zu erfüllen? Beantworte dir diese Fragen gerne schriftlich. So kannst du für dich mehr Klarheit darüber erhalten, wo der Ursprung deiner Abhängigkeit liegt.

2. Ich übernehme die Verantwortung für meine Gefühle

Gerade, wenn wir noch tiefe Verletzungen der Vergangenheit in uns tragen, projizieren wir diese unbewusst auf andere Menschen. Ob es der Partner ist oder eine(n) Freund/in, sie sollen nun diese Lücke schließen. Das funktioniert vielleicht für einen kurzen Moment, doch auf Dauer kann das keine Beziehung tragen. Was kannst du also tun, um ein gutes Gefühl aus dir heraus zu erschaffen? Im ersten Schritt eine liebevolle Beziehung https://youtu.be/-gkDPVIcDio zu dir selbst aufbauen. Am besten nimmst du dir jeden Tag ein wenig Zeit, um in dich hineinzuhorchen, wie du dich gerade fühlst. Was brauchst du gerade?
Was macht dich gerade traurig? In dem Moment ist es wichtig, einfach nur zu lauschen, was sich dir offenbaren will.

3. Ich stehe für meine Bedürfnisse ein

Um dich mehr und mehr aus Abhängigkeiten zu lösen, bedarf es weiteren Mut.
Vielleicht kennst du das noch aus deinen Beziehungen, dass du keine eigenen Entscheidungen getroffen hast und dein Partner diese übernehmen musste: „Entscheide du Schatz.“ Kennst du diesen Moment? Je mehr du dich in deiner Beziehungspause kennenlernst, umso mehr wirst du über deine eigenen Bedürfnisse herausfinden. Hierbei ist wichtig, dass du diese nicht sofort wieder vernachlässigst, sondern verinnerlichst, dass du sehr wohl Bedürfnisse haben darfst und du deshalb nicht bedürftig bist oder dergleichen. Stehe zu dir und vor allem bedingungslos ein.

4. Baue eine liebevolle Beziehung zu dir selbst auf

Meine Zeit investierte ich größtenteils nur in meine Partnerschaften und sobald diese wegbrachen, verlor mein Leben seinen Sinn. Ergeht es dir ähnlich in deinen Beziehungen? Nimm dir Zeit, um dich besser kennenzulernen. Frage dich: In welchen Tätigkeiten verliere ich das Gefühl von Raum und Zeit? Was bereitet mir Freude? Welches neue Hobby möchte ich ausprobieren?
Und ein wichtiger Schlüssel, um eine liebevolle Beziehung zu sich selbst aufzubauen ist der tägliche Umgang mit sich selbst. Was denke ich über mich? Wie spreche ich mit mir? Achte ich darauf, was ich meinem Körper tagtäglich zufüge? Das hört sich erst einmal alles sehr anstrengend an, dieses mehr und mehr umzusetzen. Doch du wirst Übung darin bekommen, täglich mehr Bewusstsein für dich zu erschaffen.

5. Ich lasse deine Probleme bei dir

Wenn wir es schon in der Kindheit gelernt haben, uns um ein oder auch beide Elternteile in irgendeiner Form zu kümmern, fällt es uns unfassbar schwer andere leiden zu sehen. Sobald ein Problem auftaucht, wollen wir dieses gleich lösen, um die Harmonie wieder herzustellen. Doch so funktioniert das nicht. Wir geben dem anderen nicht die Möglichkeit sich durch seine Herausforderung weiterzuentwickeln, weil wir bereits an einer Lösung arbeiten. Besser wäre es zu fragen: Kann ich dich unterstützen? Brauchst du irgendetwas? Lass es mich gerne wissen, wenn ich etwas für dich tun kann.
In dem Moment bleibst du bei dir und lässt die Probleme bei deinem Gegenüber. Hilfe anbieten ist super, doch sich aufdrängen eher übergriffig.
Du bist nicht dafür verantwortlich, dass es allen Menschen um dich herum gut geht. Bitte sorge gut für dich, das ist das größte Geschenk, dass du dir und anderen machen kannst.

Zusammenfassung

Wie du siehst, ist es wichtig, zuerst eine liebevolle Beziehung mit sich selbst führen. Es beginnt nun mal alles in dir. Sich unabhängiger von anderen Menschen zu machen bedeutet nicht, ein künstlich starkes Ich aufzubauen, frei nach dem Motto: Ich brauche niemanden mehr. Das kann man machen, das ist natürlich jedem selbst überlassen. Doch ich glaube ganz tief in uns verbirgt sich die Sehnsucht nach tiefer Bindung, nicht wahr? Wir dürfen nur lernen, das eigene Leben so sinnerfüllt zu leben, dass eine Partnerschaft eine liebende Ergänzung zu unserem eigenen tollen Leben ist.

Teile sehr gerne deine Gedanken in den Kommentaren, wie du für dich deine Beziehungen erlebst. Ich bin gespannt und freue mich auf dich.

Von Herz zu Herz, deine Martina

Hilfe, um toxische Beziehungen zu verarbeiten und dir zu einem starken ICH zu verhelfen, erhältst du bei mir.

Ich freue mich auf dich.

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