Schuldumkehr in einer toxischen Beziehung: So findest du wieder zu dir
Erstellt am: 8. Juni 2022
Überarbeitet am: 14. Juni 2026
Schuldumkehr ist eines der schmerzhaftesten Muster, die du in einer toxischen Beziehung erleben kannst. Egal, was passiert ist, am Ende stehst du da und fühlst dich verantwortlich. Du fragst dich, ob du wieder zu sensibel warst, zu fordernd, zu still oder zu laut. Und auch wenn du längst aus dieser Beziehung raus bist, sitzt dieses Gefühl immer noch tief in dir und macht es so schwer, wirklich loszulassen.
Ich kenne diesen Kreislauf selbst. Du gibst und gibst und doch bekommst du am Ende immer wieder gespiegelt, dass du nicht genug bist, nicht richtig genug, nicht liebevoll genug. Aus diesem Gefühl heraus übernimmst du irgendwann automatisch die Verantwortung für alles, was zwischen euch passiert. Genau das ist Schuldumkehr und genau hier beginnt deine innere Arbeit.
In diesem Artikel zeige ich dir, was Schuldumkehr eigentlich ist, warum du so empfänglich dafür warst und wie du dich Schritt für Schritt wieder davon löst, damit du die Verantwortung dort lassen kannst, wo sie hingehört, und endlich wieder Raum für dich selbst hast.
Was Schuldumkehr in einer toxischen Beziehung mit dir macht
Schuldumkehr beschreibt einen Mechanismus, der in toxischen Beziehungen besonders häufig vorkommt. Egal, welches Thema auf den Tisch kommt, am Ende landest du immer wieder bei dem Gefühl, dass du diejenige bist, die etwas falsch gemacht hat. Selbst dann, wenn du eigentlich verletzt wurdest, ungerecht behandelt wurdest oder gar nichts mit dem Auslöser zu tun hattest. Du fängst an dich zu erklären, dich zu rechtfertigen und dich zu hinterfragen, bis du selbst nicht mehr weißt, was eigentlich gerade passiert ist.
Das tut weh. Und was viele Frauen unterschätzen ist, wie tief sich dieses Muster in dir festsetzt. Auch lange nach der Trennung trägst du es noch in dir. Du übernimmst Verantwortung für Dinge, die nicht deine sind. Du bist diejenige, die in Konflikten als Erstes nachgibt. Du bist diejenige, die ihre Bedürfnisse hintenanstellt, weil du gelernt hast, dass deine Bedürfnisse offenbar das Problem sind. Genau hier beginnt die innere Arbeit, denn dieses Muster kann sich in jeder Beziehung, in jeder Begegnung und sogar in deinem Verhältnis zu dir selbst zeigen. Wenn du dieses Thema noch tiefer ansehen möchtest, schaue dir gerne mein Video Schuldfrage in und nach toxischen Beziehungen auf YouTube an.
So fühlt sich Schuldumkehr im Inneren an
Wenn dir Schuldumkehr widerfahren ist, wirst du es spüren. Du hast diesen ständigen inneren Druck, alles richtig machen zu müssen. Du wachst morgens auf und denkst sofort darüber nach, was du wieder hättest besser machen können. Du bist in deinem Kopf in einem Dauerzustand der Selbstkritik und kommst gar nicht mehr richtig in deinem Körper an, weil dein Nervensystem permanent in Alarmbereitschaft ist.
Und genau das ist auch ein Grund, warum sich nach einer toxischen Beziehung so vieles in dir körperlich zeigt. Eine ständige innere Unruhe, Schlafprobleme, das Gefühl, nicht zur Ruhe kommen zu können. Wenn dich das gerade trifft, schaue dir gerne meinen Artikel über das Nervensystem regulieren an, denn dort erkläre ich dir, was in deinem Körper passiert und wie du wieder in Sicherheit kommst.
Warum du so empfänglich für Schuldumkehr warst
Eine wichtige Wahrheit vorab: Du bist nicht die Falsche. Wenn dich Schuldumkehr so getroffen hat, dass sie sich in dein gesamtes Selbstbild eingegraben hat, dann liegt das nicht daran, dass du zu schwach warst oder dass du nicht aufmerksam genug warst. Es liegt daran, dass in dir bereits ein innerer Boden vorhanden war, auf dem dieses Muster wurzeln konnte.
Die meisten Frauen, die sich nach einer toxischen Beziehung bei mir melden, haben eines gemeinsam. Sie haben schon früh in ihrem Leben gelernt, dass Liebe an Bedingungen geknüpft ist. Dass sie sich anstrengen müssen, um geliebt zu werden. Dass sie dann angenommen sind, wenn sie funktionieren, anpassen, leise sind oder auf andere achten. Aus dieser Prägung heraus entsteht ein tiefes Gefühl, dass du immer ein Stück mehr leisten musst und dass es deine Aufgabe ist, eine Beziehung am Laufen zu halten. Schuldumkehr ist eines der zerstörerischsten toxische Beziehungsmuster. Genau dieser innere Glaubenssatz macht dich für Schuldumkehr empfänglich.
Kindheitsprägungen und der Glaubenssatz, schuld zu sein
Wenn du als Kind erlebt hast, dass deine Bedürfnisse nicht gesehen wurden oder dass du dich anstrengen musstest, um Aufmerksamkeit zu bekommen, dann hat dein inneres Kind gelernt: Ich bin nur dann liebenswert, wenn ich es schaffe, dem anderen recht zu sein. Aus diesem Gefühl heraus übernimmst du als Erwachsene automatisch die Verantwortung. Wenn etwas zwischen dir und einem anderen Menschen schiefläuft, gehst du sofort in dich und fragst dich, was du falsch gemacht hast.
Genau hier liegt der Schlüssel zu deiner Heilung. Wenn du verstehst, dass dieses Muster nicht mit dir als Person zu tun hat, sondern mit deinen frühen Erfahrungen, dann kannst du anfangen, es zu lösen. Vieles davon hängt mit dem Verhältnis zu deinen Eltern zusammen. Wenn du zum Beispiel eine Vaterwunde in dir trägst, kann das ein Grund sein, warum du in Beziehungen immer wieder versuchst, dich zu beweisen. Auch das Thema Selbstwert steigern gehört eng dazu, denn ein gesunder Selbstwert schützt dich davor, dir Schuld zuschreiben zu lassen, die nicht deine ist.
Schuldumkehr loslassen und wieder zu dir finden
Schuldumkehr loszulassen ist ein innerer Weg. Es ist kein Schalter, den du umlegen kannst, und es ist auch keine Frage davon, ob du das auf der Verstandesebene verstanden hast. Du kannst nämlich ganz genau wissen, dass du nicht schuld warst, und dich trotzdem schuldig fühlen. Genau dieser Bruch zwischen Kopf und Bauch ist es, an dem wir ansetzen.
Der erste Schritt ist, dass du anfängst, dich selbst wahrzunehmen. Wann genau übernimmst du Verantwortung, die nicht deine ist? In welchen Situationen rutschst du automatisch in das Gefühl, dass du etwas falsch gemacht hast? Beobachte dich liebevoll und ohne Bewertung. Allein dieses Beobachten verändert schon viel, weil du aus dem automatischen Muster ein Stück heraustrittst und dich neu entscheiden kannst. Wenn dich Schuldgefühle gerade besonders festhalten, lege ich dir auch mein Video Schuldgefühle loslassen – warum du dich schlecht fühlst, trotz deiner Veränderung auf YouTube ans Herz.
Drei innere Schritte, die dir helfen
Erstens: Spüre in deinen Körper. Wenn das Schuldgefühl kommt, halte einen Moment inne und nimm wahr, wo du es spürst. Im Brustkorb, im Bauch, im Hals? Allein diese kleine Pause unterbricht den Automatismus.
Zweitens: Sprich mit deinem inneren Kind. Wenn du diesen Druck spürst, alles richtig machen zu müssen, dann ist das oft dein inneres Kind, das damals gelernt hat, dass es so überleben muss. Du als Erwachsene darfst ihm jetzt zeigen, dass es nicht mehr für alles verantwortlich ist und dass es geliebt sein darf, einfach weil es da ist.
Drittens: Übe, Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört. Wenn dir jemand etwas vorwirft, was nicht deins ist, darfst du innerlich Stopp sagen. Du musst die Schuld nicht annehmen, nur weil sie dir zugewiesen wird. Wer das innere Vertrauen aufbaut, sich selbst zu glauben, wird Schuldumkehr immer leichter erkennen und immer weniger auf sich nehmen. Wenn du nach einer Trennung mit Schuldgefühlen kämpfst, lege ich dir diesen Artikel besonders ans Herz, denn dort begleite ich dich durch genau diese Phase.
Fazit
Schuldumkehr ist ein Muster, das tiefe Spuren in dir hinterlassen kann, aber es ist auch ein Muster, das sich lösen lässt. Du bist nicht zu sensibel und du bist nicht zu schwach. Du hast früh gelernt, dass Liebe an Bedingungen hängt und du hast in einer toxischen Beziehung erlebt, dass diese Prägung gegen dich verwendet wurde.
Heute darfst du dich neu entscheiden. Du darfst lernen, Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört, und du darfst dir selbst die Liebe geben, die du immer gesucht hast. Mit jedem kleinen Schritt zurück zu dir wird die Schuld leiser und dein eigener innerer Raum größer. Du verdienst diese Freiheit. Und sie ist möglich.
Möchtest du deine Muster wirklich lösen?
In meinem Onlinekurs People Pleasing stoppen begleite ich dich dabei, deine Grenzen zu finden, Nein zu sagen, und endlich aufzuhören, dich für andere zu verbiegen. Genau das, was eine ungeheilte weibliche Energie so dringend braucht.
Häufige Fragen zur Schuldumkehr
Wie erkenne ich, dass ich gerade Schuldumkehr erlebe?
Du erkennst Schuldumkehr daran, dass du nach einem Konflikt oder einer Auseinandersetzung das Gefühl hast, immer du bist die Ursache. Auch wenn der andere etwas Verletzendes getan hat, fängst du an, dich zu rechtfertigen und nach deinem Anteil zu suchen. Wenn du dich dabei körperlich angespannt fühlst, oft mit Magenknoten oder einem engen Brustkorb, dann ist das ein deutliches Zeichen. Mehr darüber findest du in meinem Artikel über Schlechtes Gewissen nach Trennung.
Warum komme ich aus dem Schuldgefühl nicht raus, obwohl die Beziehung längst vorbei ist?
Schuldgefühle sitzen oft tief in deinem Nervensystem und in deinen frühen Prägungen. Auch wenn dein Verstand längst weiß, dass du nicht schuld warst, reagiert dein Körper noch in alten Mustern. Heilung passiert genau dort, wo der Schmerz entstanden ist, nämlich tiefer als auf der reinen Verstandesebene. In meinem Artikel über das Nervensystem regulieren zeige ich dir, wie du wieder in deinem Körper ankommst.
Wie schaffe ich es, mein Selbstvertrauen nach einer toxischen Beziehung wieder aufzubauen?
Selbstvertrauen baut sich über kleine, ehrliche Schritte auf, in denen du dich selbst wieder ernst nimmst. Es geht darum, dir selbst zu glauben, dich liebevoll zu begegnen und nach und nach den Glaubenssatz aufzulösen, dass du nicht genug bist. Begleitend dazu lege ich dir meinen Artikel Selbstwertgefühl stärken ans Herz, dort findest du konkrete Impulse, die dich auf deinem Weg zurück zu dir unterstützen.
Hilfe, um toxische Beziehungen zu verarbeiten und dir zu einem starken ICH zu verhelfen, erhältst du bei mir.
Ich freue mich auf dich.
Von Herz zu Herz, deine Martina
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Hallo,
nach 40 Jahren war ich überglücklich, meinen ersten Freund (ich war 14!!!!) endlich wiedergefunden zu haben. Er angeblich auch. Ich bin
Am liebsten wäre ich gleich hingefahren, um ihn zu treffen, zu reden.
Aber der Kontakt begann seltsam. Ich wusste, dass er damals Verlustängste hatte, er sehr eifersüchtig und neidisch auf alles möglich war. Niemand hat’s verstanden. Er war ein überaus netter, fröhlicher Junge.
Ich hatte keinen Vergleich, bekam aber immermehr Angst vor ihm. ABER er war mein absoluter Traumtyp. Seine Mama wollte mir immer irgendwas sagen, aber vll hab ich’s wegen meines Alters nicht verstanden . Er sagte immer öfter, dass er mich nie verlieren will. Nach 2 Jahren, direkt Heilig Abend bin ich einfach weggelaufen, hab gesagt, dass ich erstmal 4 Wochen Zeit brauche. Ich hab einfach sofort Freiheit gefühlt u genießen können. Er lief mir lange hinterher. Mit seiner Familie hatte ich einen sehr guten Kontakt . 15 Jahre hielt der Kontakt. Dann haben wir uns aus den Augen verloren. Da ich nicht wusste, dass es so ein wirklich krasses Problem
ist, habe ich JETZT Stück für Stück alles in mühsamer Kleinarbeit von hinten aufgelöst. Bin zuerst auf Bindungsangst gekommen. Er blieb auf Distanz. Ich wollte ihn nicht bedrängen u hatte 2 1/2 Jahre Geduld, lies mich manipulieren, belügen und verarschen. In dieser Zeit haben wir uns 2 mal getroffen. Wahnsinn !!!!!! Aber immerhin.
Zu seinem 60. Geburtstag schickte ich ihm verpackte Heliumballons. Er ist verheiratet. Diese arme????? Frau!!!!!
Und damit fing plötzlich die Schuldumkehr an……..und mir ging sowas von einem Licht auf. Ich wusste, dass ich die Beine in die Hand nehmen muss!!!!! Es war plötzlich das gleich Gefühl u die Angst wie damals………sooooo viele Jahre später . Es ist sooooo krass.
Ich weine so oft, weil ich es nicht auf die Reihe kriege, dass die Liebe meines Lebens so sehr gehasst wird, er aber EIGENTLICH nichts dafür kann.
Ich danke dem Leben so sehr, dass ich distanziert bleiben musste. Es gibt keine Zufälle !
Danke!
Bitte, habt ALLE den Mut, euch IMMER, jederzeit zu trennen. Der erste Schritt ist immer der allerschwerste, aber er ist es wert! Es ist NIE zu spät für alles! Habt keine Angst .
Wahnsinn! Als hätte jmd den Verlauf meiner Beziehung / Ehe nieder geschrieben..
Ich habe es leider viel zu spät verstanden das der Mensch an meiner Seite das Problem meines Lebens und meiner fehlenden Gesundheit ist. Er hat mich regelrecht krank gemacht, mich Monate mit damals diagnostiziertem Burnout gekostet und ich habe es nicht begriffen das er der Auslöser ist. Er, der mir immer wieder das Gefühl gab der dümmste Mensch zu sein, nichts zu können, nicht genug zu sein,.. Doch jedesmal war ich immer wieder seine Prinzessin sobald man auf Freunde und Familie traf, bis man wieder in den eigenen vier Wänden ankam oder nur mit dem Auto nach Hause fuhr. Wie oft dachte ich „Leck mich doch am A.. “ und doch habe ich es nicht geschafft mich zu lösen.
Umso dankbarer bin ich ihm das er mich betrogen hat und ich plötzlich frei war. Ein unbeschreibliches Gefühl, wenn ich auch nicht frei von den Jahrelangen Schuldgefühlen bin die er mir immer wieder mit auf den Weg gab und dies auch noch immer in Nachrichten tut.
Wahrscheinlich wird es eine halbe Ewigkeit dauern diese Denkweise abzulegen, nicht mehr zu denken das man allem Schuld ist oder sich für alles rechtfertigen zu müssen.
Ich kann nur jeder Betroffenen wünschen das sie irgendwie die Kraft findet zu gehen, ganz egal was alles daran hängt!! Es geht immer weiter! 🍀
Heute verabschiede ich mich von einem Mann, der es gestern wieder mit Schuldumkehr versuchte. Er fragte mich etwas und ich stellte ihm die Gegenfrage. Seine Reaktion war darauf, dass ich ihn damit unter den Pantoffel stellen würde.
Er machte mich lange runter, beschimpfte mich als Narzistin und Schmarotzerin. Ich stellte ihn als Reikimeister und Mann der spirituelle Seminare besucht auf einen Sockel. Merkte jedoch nicht, dass er selbst nicht lebte, was er anderen Menschen erzählte.
Und ich stelle ihn unter meinen Pantoffel? Nein, tue ich nicht! Ich möchte eine Beziehung auf Augenhöhe, in der sich beide zu gleichen Teilen entwickeln. Ich für meinen Teil habe mich da raus entwickelt und mir ist heute sehr klar, wenn ich den Kontakt, diese Beziehung verliere, nicht wirklich etwas wertvolles verliere, weil zwar nicht alles schlecht war, jedoch dieser Mann einfach ein verhärteter Mensch ist, der sich nach Liebe sehnt und zwar nach seiner eigenen.
Danke, dass ich das hier in diesem Jahr nochmal so auf den Punkt bringen konnte.
Auf ein gesundes neues Jahr und auf gesunde Beziehungen.
Nach 8 Jahren mit so einem Menschen 2 Jahre Pause gemacht mit Beziehungen. Ich dachte echt ich hätte mich gefestigt, aber dann jemanden kennen gelernt, der mich im Nachhinein gesehen schon nach wenigen Wochen sofort wieder in die Schiene des Co-Abhängigen geschoben hat. Und ich hab es machen lassen mit mir. Unbewusst, und doch bewusst bei jeder seiner Handlungen, dass ich eigentlich nicht sowas verdient habe, nicht so ein Verhalten, nicht so einen Partner. Dieses On/Off, herziehen und wegwerfen usw…. Beleidigungen, Erniedrigung usw…
Ich habe für mich beschlossen, wenn die Trennung endlich „geschehen“ ist, keinen Partner mehr haben zu wollen.
Ich selbst wurde so kaputt gemacht, dass ich mich nichts mehr sagen traue, nur mehr für den anderen Lebe und keine Perspektive für eine glückliche Beziehung für mich sehe in der Zukunft.
Danke an die zwei Arschgeigen🤣 die aus einen lieben Menschen mit extreme viel Herz und Empathie ein Frack gemacht haben!
Leute, wenn ihr es merkt, dass ihr nicht gut behandelt werdet, lauft!
Häusliche Gewalt
Wenn das Leben so richtig weh tut
Es war ein sehr langer, beschwerlicher Weg, bis ich meine Entscheidung treffen konnte und den „Mann meines Lebens“ im Mai 2023 verlassen habe. Es wurde von Tag zu Tag mehr zu einem Überlebenskampf für mich. Ein harter Prozess, der Wahrheit ins Auge zu sehen, der Schmerzen und die „Hoffnung“ er geht in eine Therapie zu durchbrechen( immer wieder hat er es mir versprochen). Das Bewusstsein zu erlangen, warum er so ist, wie er ist und zu erkennen, dass er sich in seinen Augen mir gegenüber richtig verhält.
„Erschreckend war es, festzustellen: „Ja, es ist psychische und körperliche Gewalt, die er mir antut“!
Mein Körper und mein Bewusstsein wurden so manipuliert, dass ich keinerlei Kraft mehr hatte, zur Arbeit zu gehen und seit einem Jahr krankgeschrieben bin, und zuvor oft nicht zur Arbeit konnte wegen Magenschmerzen und anderen Symptomen , die der häuslichen Gewalt zu zu ordnen sind!
Eine schleichende Isolation von Familienmitglieder und Freunden erleben musste. Das hat mich dazu zerrissen,Familie ist das höchste Gut.
Ich bin 2022 die letzten 116 Kilometer den französischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela gelaufen, um mich selbst zu reflektieren und mich zu finden. Ein wunderschönes Erlebnis und eine tolle Erfahrung – und wieder zu ihm zurückkehrte! – wo alles von vorne begann, bis ich 2023 ganz alleine war. Ich bin ein Schatten meiner selbst. Dazu die psychische und körperliche häusliche Gewalt bis hin zu sexuellen Übergriffen in immer kürzeren Abständen, die von ihm ausgeübt wurden.
Es brauchte sieben Trennungsanläufe in den sieben Jahren unserer Beziehung und davon sind wir vier Jahre verheiratet. Mir wird aktuell von Tag zu Tag immer klarer, dass das Ganze knapp fünf Wochen nach der Hochzeit begonnen hat. Zuletzt befand ich mich knapp sieben Wochen in einem Frauenhaus und bin aus Hoffnung er holt sich Hilfe zu ihm zurückgegangen. Von meiner Seite her ist es echte Liebe und Hoffnung es wird wieder wie früher. Was es nicht tut. Die Erkenntnis ist gefestigt in mir. Soviel Schmerz trage ich in mir und bis jetzt kommt keine Träne aus mir heraus.
Die Erkenntnis, dass ich die dritte Ehefrau bin, mit der er dieses böse Spiel treibt, ist hart. Natürlich weist er jede Schuld von sich und hat keine Einsicht, sich selbst zu reflektieren und/oder Hilfe anzunehmen. Wie oft habe ich von tiefstem Herzen gesagt: „Ich stehe an deiner Seite, ich begleite dich, aber bitte mache eine Therapie!“
Er hat die Diagnose (Impulskontrolle mit intermittierend auftretender Reizbarkeit) nach einem körperlichen Übergriff 2021 erhalten und befand sich 14 Tage in einer Psychiatrie. Seine Entlassung war für mich so unbegreiflich, dass ich nach einem Spaziergang mit ihm zusammengebrochen bin. Ich kann nicht begreifen, dass er diese Chance nicht ergriffen hat, nicht mitgearbeitet hat.
Ich habe mich die letzten beiden Jahre in seine Erkrankung eingelesen und konnte mich trotzdem nicht trennen. Im Nachhinein auch für mich unbegreiflich ist , aber auch die Tatsache: Diesen Mann habe ich wirklich geliebt und ich tue es immer noch. Ich werde mir alle Zeit geben, um diese Liebe aufzuarbeiten und zu verarbeiten.
War das liebe? So schlecht wie er mit mir umgegangen ist und mich sprichwörtlich finanziell ausgenommen hat- Nein !! Wie dumm war ich das zu zulassen. Schlimm war auch, dass niemand Außenstehender es gesehen hat bzw. mir glauben wollte, wie er wirklich zu Hause ist. Nur sehr wenige wussten Bescheid.
Ich holte mir Hilfe beim AWO-Trialog Sozialpsychiatrischer Dienst, war in einer fünfwöchigen Reha und danach in psychologischer Behandlung.
Dezember 2022 befand ich mich in so einer Ausnahmesituation, dass ich das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ angerufen habe. Dieser Anruf hat meinem Leben einen neuen Sinn gegeben. Es hat allerdings bis zu meinem siebten wirklich klaren Trennungstag noch weitere drei Monate gedauert, bis mein neues Leben beginnen konnte.
Als er im April 2023 zum wiederholten Mal zuschlug, war das für mich der endgültige Beweis: „Ich bin nicht die, die an allem schuld ist, wie er es mir immer einredet!“
Ich kann dieser kaputten Seele nicht helfen, der Mann meines Lebens ist krank! Mir wurde – endlich – klar, dass ich mich und meinen Kater Caruso in Sicherheit bringen musste! Jetzt bin ICH dran, mein eigenes Leben zurückzubekommen und meine selbstbewusste, offene freundliche Persönlichkeit wieder herzustellen. Denn das bin ich: eine starke Frau!
Ich holte mir bei der Frauen-Nothilfe und der Opfer-Hilfe Rat und Hilfe ein. Seit dem wiederholten körperlichen Überfall liefen im Hintergrund mit Hilfe von Polizei, Frauen-Nothilfe und Opfer-Hilfe die Vorbereitung auszuziehen, bevor er zurückkam. Als er sich auf einer beruflichen Weiterbildung für zwei Tage befand, war es soweit.
Ich habe knapp drei Wochen bis zum geplanten Auszug meine Grenzen kennengelernt: eine ganz andere Erfahrung als häusliche Gewalt in der Beziehung. Die letzten Tage vor der Trennung habe ich mit Tagesausflügen und schöne gemeinsame Tage im April & Mai geplant, um eine positive Stimmung und Gemeinsamkeit zu haben für eine positive Trennung. Aber hier ging es nur noch um Selbstschutz. Ich glaube gerne, dass Außenstehende das nicht verstehen können. Aber es half! Gerade auch mit dem Wissen, dass er keinerlei Ahnung hatte, was im Hintergrund läuft.
Das, was er mir all‘ die Jahre angetan hat, übertrifft – im Negativen – alle Vorstellungen von einer auf Vertrauen und Harmonie basierenden Beziehung: Mir sind meine Haare ausgefallen und ich hatte extreme Übelkeit bis weitere körperliche Symptome dazu kamen, die unerträglich wurden. Ich die immer gerne meiner Arbeit nachhing , konnte es nicht durch seine Manipulationen.
Dieses „Spiel“ von Tag zu Tag mit ihm einen ganz normalen Tagesablauf zu leben, zu wissen, ich verlasse den Menschen, mit dem ich bis zum Ende unseres Lebens zusammen sein wollte, war unerträglich. Ich habe unser Eigenheim mit ihm zusammen schön hergerichtet, um eine Wohlfühl-Oase für uns beide zu haben. Alles umsonst. Dazu kam die Erkenntnis, dass er seine Erkrankung niemals akzeptieren wird.
Was das mit mir gemacht hat, ist bis jetzt so schlimm, dass bei mir ein Trauma diagnostiziert wurde und ich mich – wie beschreibe ich es am besten? – ohnmächtig und hilflos fühle, und erstmal eine ungewisse Zukunft vor mir habe. Gegen den Verlust meines Mannes kämpfe ich. Ja, das tue ich und dazu stehe ich meine „Frau“!
Jeden Tag lebe ich mit Flashbacks, die fast 24 Stunden vor meinem Auge ablaufen – von dem Tag mit der letzten Gewalttätigkeit, der mit dem Polizeieinsatz am 11.04.2023 endete.
Ich bekomme jetzt eine Trauma-Therapie und führe in der Frauen-Nothilfe tolle, wertvolle Gespräche – und ich bin sehr dankbar, aktuell einen sicheren Aufenthaltsort zu haben. Mein Inventar und eigentlich auch mein ganzes hab & gut lagert in einem Lagerhaus ein, bis ich ein eigenes Zuhause finde und weiß wo es mich hinführen wird. Diese Ungewissheit ist hart und ich lerne damit umzugehen. Jetzt möchte ich eine eigene Wohnung finden und einen neuen Arbeitsplatz, denn mein Leben gestalte ich in einem anderen Bundesland komplett neu.
Meinen „DANK“ gilt allen, die mir zur Seite stehen und gestanden haben in diesem neuen Lebensabschnitt mit 54 Jahren.
Gewalt an Frauen oder Männern darf heutzutage kein Tabu-Thema mehr darstellen!
Danke für die Aufmerksamkeit und vielleicht kann jemand, der dies gelesen hat, jemand anderem in einer ähnlichen Situation wie meiner, helfen, aus so einer toxischen Beziehung herauszukommen.
Andrea B.
Das habe ich mir von der Seele geschrieben während der ersten zwei Wochen meiner Trennung.
Eigentlich wollte ich ein Buch für meine Familie über den Jakobsweg schreiben.
Es wurde ein Bericht mit 98 Seiten über häusliche Gewalt und ich hoffe , dass es bei meinem Gerichts Termin in 3 Monaten etwas hilft ?
Ich selbst habe sprich wörtlich 7 Trennungsversuche hinter mir,bis ich den Absprung von meinem Mann geschafft habe.
Seine Aggressionen , psychisch – physisch – sexuell kamen in immer kürzeren Abständen.
2022 bin ich alleine den jakobsweg gelaufen um mich selbst wieder zu finden und zu reflektieren. Und nach diesem tollen Erlebnis wieder zu ihm zurück kehrte. Beim 6. Versuch rief ich das hilfetelefon Gewalt gegen Frauen an und war sogar 7 Wochen im Frauenhaus. Es ist toll, dass es solche Einrichtungen gibt. Angeblich es auch keine Rolle spielt aus welcher Schicht man kommt. Wenn man wie ich aus der guten Mittelschicht ist – ich sage es war schrecklich. Im Frauenhaus war Diebstahl- Gewalt an der Tagesordnung. Die Pädagogen haben lange vor meinem Aufenthalt aufgegeben. Also bin ich wieder zurück zu ihm. Es hat dann 3 Monate gedauert mit zuschlagen und vier Vergewaltigungen.
Bis ich mit fachlicher professioneller Hilfe , während er auf einer Fortbildung für 2 Tage war – ausgezogen bin in ein anderes Bundesland.
Schon vorab hatte ich mir Informationen eingeholt, mir war klar ich benötige eine Trauma Therapie und dazu noch fachliche Gespräche in der Frauennothilfe.
Kompletter Kontakt Abbruch, neue Handy nr , Auskunftssperre auf Auto und Adresse. Und in knapp 3 Monaten werde ich Aussage vor Gericht machen wegen der Vergewaltigung.
Sein Motto :
Ich bin dumm, kann nichts , tauge zu nichts ..hat mich 7 Jahre zu einem Menschen gemacht. Völlig alleine , nicht mehr arbeitsfähig durch seine Gewalt Attacken und vertraute ich mich jemanden an. Glaubte mir niemand.
Er ,der bei der Bundeswehr als zivil Angestellter in einer hohen Position arbeitet. Er , der charmante und wissende.
Ich wurde so manipuliert, dass ich nicht einmal zu meinen Erwachsenen Kindern Kontakt hatte. Alle Freude verloren hatte über die Jahre , mein Ehrenamt nicht mehr ausüben konnte und all meine Hobbys nicht mehr nach kam.
Eine Reha brachte mir nichts. Da sie dort auf solche Themen gar nicht geschult sind. 5 Wochen und gerade mal 50 km von zu Hause entfernt brachten keine Entspannung.
Jetzt habe ich aktuell genau 7 Monate seit meines Auszugs hinter mir und gehe wieder allen Hobbys nach , sogar neue sind dazu gekommen.
Arbeite , in einem völlig neuen Beruf und muss mit extrem niedrigen Gehalt auskommen.
Mein Eigenheim fehlt mir jeden Tag , mein Garten – einfach alles.
Ich lebe nun in Frieden und Gewalt frei – das ist es alles wert. Zu 100%
Gerade kämpfe ich um Unterhalt und sehe welche perfiden völlig irrationale Briefe er an das Gericht schreibt und keinerlei Gehalts Nachweise einreicht.
Immer war ich an allem schuld -immer
Wie oft habe ich gesagt : bitte gehe in eine Therapie..ich fahre dich hin ich warte auf dich was auch immer du möchtest.
Ich habe ihm ein antigewalt Training für Männer ermöglicht. Und dass so lange im Flur. 3 Vorgespräche – ich habe mich geschämt , wie er sich der Psychologin gegenüber benommen hat, weil ich im Flur alles mit anhören konnte. Er stand danach auf der Warteliste.
Als ich dann weggezogen bin , hatte ich dort eine email hin gesendet. Das ich vergewaltigt und wieder geschlagen wurde und denke , dass er sich nicht mehr dort meldet.
Die Psychologen waren so lieb und haben mir alle geschrieben. Und viel Kraft und Glück gewünscht.
Für mich war es der Mann meines Lebens – ja er war es !
Ich lebe nun ein eigenes Leben und bin finanziell ganz unten angekommen.
Ob ich jemals noch einmal einen Mann vertrauen kann – ich weiß es nicht
Die Angst ist zu groß an einen extremen Narzissten zu geraten.
Natürlich habe ich nach so vielen Monaten viel gelernt und ich verstehe auch , dass die jenige die so etwas nicht kennen- denken man war die naiv.
Nein , nur sehr sehr verliebt und wurde schrecklich über Jahre manipuliert.
Ein Narzisst wird definitiv niemals selbst Verantwortung für sich selbst übernehmen.
Er macht ja nichts falsch.
In seinen Augen 👀
Allen lesenden
Habt mit egal ob Frau oder Mann
Trennt euch bitte.
Wow… Das kommt mir alles so bekannt vor… Habe mich vor 6 Wochen mit Polizei getrennt. Einstweilige Anordnung, Strafantrag gestellt, warten, wie es jetzt weitergeht und… warten, wann er endlich seine Sachen abholt…
Bin in psychologischer Betreuung.
Aber er ist das Opfer…
Ich hätte alles für ihn getan, ihn bei allem unterstützt, aber in seinen Augen habe ich ihm nie geholfen. Außerdem kann ich ja sowieso nix… Sowieso sind alle anderen nichtskönnende, dumme Arschlöcher.
Und überhaupt hätte ich doch gesagt, ich sei anders, weil ich doch wusste, was er schon alles durchgemacht hat (das Opfer…), und jetzt genau die gleiche „Scheiße“ mit ihm machen.
Er wird wohl nie verstehen, dass ihm immer das gleiche passiert, weil irgendwann immer wieder sein wahres Ich in Beziehungen hervortritt.
Ich habe mir immer gewünscht, dass ich ihm helfen könnte, weil ich ihn (oder die Person, die er mir in „guten Zeiten“ vorgespielt hat) über alles geliebt habe.
Aber ihm kann niemand helfen. Helfen kann man nur, wenn jemand selber etwas tut, oder sich bemüht. Tut er aber nicht.
Derzeit bin ich seid knapp 3 Jahren in einer toxischen Beziehung mit ihm hab ich auch ein Kind. Es ist so viel passiert, so viel hab ich zugelassen. Aber auch wurde ich zu jemanden der Sachen gemacht habe, die ich vor diese Beziehung niemals gemacht hätte. Oft stand ich an diesen Punkt mich zu trennen, doch dann wurde mir immer wieder Honig um meinem Mund geschmiert. Ich weiß es ist nicht mehr richtig mit diesen Mann zusammen zu sein, alleine weil auch Familie und Freunde in vielen Sachen involviert sind und es einfach nur noch unangenehm ist zu erzählen dass ich wieder mit diesen Mann wieder zusammen bin. Obwohl es sich nichts ändert. Ich möchte so gerne umziehen nach köln aber die Entfernung ist sehr schwierig, da ich momentan keine Arbeit habe. Ohne Arbeit keine Wohnung in köln. Ich möchte einfach ein neuen Lebensabschnitt anfangen, mich befreien von dem Leid was ich Tag täglich durch mache. Alleine für mein bzw unseren Sohn wäre das beste.
Melissa,
Ich kann dir 12 Schritte Gruppen für Co-Abhängige empfehlen. Kurz CoDa. Die Teilname ist umsonst.