Der freie Fall ins bodenlose

Wenn eine toxische Beziehung zu Ende geht, fühlt es sich für die meisten so an als würde man ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springen und der Aufprall würde unmittelbar bevorstehen.

Von dem einen Moment in den nächsten fallen wir in ein tiefes schwarzes Loch, aus dem es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Wenn dann Sprüche aus dem Umfeld kommen, dass wir einfach nur froh sein sollen, dass der Mistkerl nun fort ist, hat niemand so richtig das Ausmaß einer toxischen Beziehung verstanden, oftmals noch nicht einmal die Betroffenen selbst.

Wer schon einmal die Erfahrung einer toxischen Beziehung gemacht hat, weiß, dass von dem Selbstwert und der einst so fröhlichen Frau, nicht mehr viel übrig ist. Das Gegenteil ist der Fall. Vorzufinden ist eine Frau, die völlig desorientiert, körperlich stark geschwächt ist und kaum noch handlungsfähig ist. Den Schmerz, den diese Frau spürt, ist in jeder Faser ihres Seins zu sehen.

Oftmals wurden zuvor schon Freundschaften und die Beziehung zu der eigenen Familie zerstört, so dass die Betroffenen alleine auf weiter Flur stehen. All diese traumatischen Erlebnisse der toxischen Beziehung zu verarbeiten, braucht Zeit und Geduld. Mitunter kann sich dieses über mehrere Monate bis Jahre hinziehen. Doch ich möchte dir an dieser Stelle schon einmal Mut machen, dass der Zustand, in dem du dich jetzt befindest, in einem halben Jahr schon ein anderer sein wird.

Vielleicht erscheint dir dieses alles nicht greifbar, da du deinen Schmerz sofort loswerden möchtest. Doch sei dir über eines gewiss, du wirst aus diesen Phasen gestärkt hervorgehen.

Ich sage dir das, weil ich all das auch durchlebt habe, was du gerade fühlst. Ich wollte auch so schnell wie möglich all das loslassen, doch ganz so einfach war es nicht.

Phase 1 nach einer Trennung von einem Narzissten

Schockstarre!

Ich glaube besser lässt sich der Zustand unmittelbar nach einer Trennung nicht beschreiben. Ohnmächtig stehen wir nun mit einem Fuß im neuen Leben und der andere Fuß noch quasi in der Beziehung. Ein tiefer Schmerz durchbohrt unseren Körper. Wir fühlen uns nicht mehr in der Lage unseren Alltag zu bewältigen und verbringen stattdessen die meiste Zeit des Tages im Bett.

Das kann ein paar Tage andauern, bis wir dann von tiefen Selbstzweifeln und dem Gefühl der Schuld eingeholt werden. Nicht selten kommt es vor, dass genau in diesen Momenten Suizidgedanken aufkommen. Zum Glück bleibt es oftmals nur bei diesem Gedanken. Der toxische Liebeskummer schreitet voran, auf den ich in einem weiteren Blockbeitrag detailliert eingehen werde.

Phase 1 nach einer Trennung von einem Narzissten

Phase 2 Verstehen wollen, was passiert ist

Es ist wichtig, dass unser Verstand eine logische Erklärung findet, auf das, was uns passiert ist. Instinktiv wissen wir, dass es sich hier nicht um eine normale Beziehung gehandelt hat, die in die Brüche gegangen ist. Nichts ist irgendwie normal. Wir machen uns auf und durchforsten das Internet und werden rasch fündig.

Narzissmus, toxische Beziehung, emotionale Abhängigkeit und narzisstischer Missbrauch, sind die Antworten, die uns zuerst erreichen. Wir beginnen damit, das Ausmaß unserer Beziehung greifen zu können und sind ein stückweit erleichtert, dass das Drama nun einen Namen hat. Wir sind nun quasi 24/7 damit beschäftigt, Narzissmus und toxische Beziehungen zu studieren.

Nun wechseln sich unterschiedliche Momente in unserem Alltag ab. In dem einen Moment sind wir erleichtert, dass nun das sichtbar wird, was lange Zeit unbeachtet blieb und zum anderen macht es uns fix und fertig, dass wir das alles nicht früher geblickt haben. Wir konsumieren unzählige Videos über Narzissten und ihre Manipulationsspielchen und erkennen schon fast erschüttert, dass wir nicht alleine sind und so viele Frauen und natürlich auch Männer von emotionalem Missbrauch betroffen sind.

Ich erinnere mich an diese Phase als wäre es gestern gewesen. Bevor ich morgens meinen Job angetreten bin, zog ich mir ein Video nach dem anderen rein. Es wurde fast zur Sucht, denn unterschwellig wollte ich partout nicht meinen eigenen Anteil anschauen. Es war der Anteil in mir, der unbewusst magnetisch auf Narzissten wirkte. Sind wir alle selbst schuld? Ich glaube diese Frage habe ich in so vielen Podcastfolgen und auch Blogbeiträgen mit einem eindeutigen Nein beantwortet.

Phase 3 Klarheit und Bewusstsein

Die Zeit verstreicht und nach ein paar Wochen oder Monaten, lichtet sich allmählich der Nebel und es kommt Klarheit in die ganze Geschichte. Vielleicht hast du schon bei mir oder anderen Coaches ein Beratungsgespräch durchgeführt. Im Idealfall hast du den vollständigen Kontaktabbruch durchgeführt und hast dich eventuellen Hooveringversuchen nicht ausgesetzt.

Ich selbst hing ungefähr zwei Monate in der Schleife fest, mein Gegenüber, sprich den Narzissten verstehen zu wollen. Es kam der Moment, wo ich für mich erkannt habe, dass ich irgendwie alles von ihm weiß und gefühlt nicht wirklich weitergekommen bin. Wie ich es auch in meinem Buch erwähnt habe, erreichte mich eines Tages ein Video mit dem Titel „Das Leben schickt dir so lange dieselbe Lernaufgabe, bis du sie löst.“

Ich spürte, dass sich nun eine weitere Tür in Richtung Heilung öffnet, denn ich bekam Herzklopfen. Es war so, dass ich fast zwanzig Jahre in unterschiedlichen toxischen Beziehungen war und es wiederholten sich die Muster der Beziehungen, nur mit unterschiedlichen Darstellern. Somit wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass diese Beziehungsdynamiken auch irgendetwas mit mir zu tun haben mussten.

Ich kann wirklich verstehen, dass dich die ganzen Videos von Narzissten auf die ein oder andere Weise beruhigen. Das Problem an der ganzen Geschichte ist, dass das Konsumieren eher zur Ablenkung dient, sich nicht mit sich selbst auseinander zu setzen. Doch genau darin liegt der Schlüssel zur Heilung.

Vielleicht bist du sogar schon einen Schritt weiter gegangen und erkennst schon den ein oder anderen Anziehungspunkt, den es zwischen euch gab.
Wir können die traumatischen Erlebnisse verarbeiten, sobald wir den Fokus auf uns selbst richten. Ich verstehe, dass du vielleicht noch innere Widerstände gegen diese Tatsache aufbaust. Doch ich möchte dir Mut zusprechen, denn Klarheit für das Gesamtbild bekommst du, sobald du anfängst dich zu studieren. Du kommst aus einer Art Dämmerzustand heraus und es kann sogar in dieser Phase passieren, dass du zum ersten Mal einen Hauch von Zuversicht verspürst.

Schritt für Schritt geht es in die Loslösung

Phase 4 Schritt für Schritt geht es in die Loslösung

Je nachdem, wie intensiv du mittlerweile in dem Prozess deiner Bewusstmachung und Verarbeitung vorangeschritten bist, verspürst du vielleicht schon die Hoffnung, dass es für dich gut ausgehen wird.

Du wirst immer standpunktsicherer und distanzierst dich mehr und mehr von deiner ehemaligen toxischen Beziehung. Meine Empfehlung ist, so gnädig und geduldig, wie es eben geht, mit dir selbst zu sein. Es werden Rückschritte kommen, die einfach zu der Verarbeitung dazu gehören. Vielleicht hast du sogar schon Momente in deinem Alltag, wo du nicht mehr an deinen Ex Narzissten denkst, sondern wieder aktiv am Leben teilnimmst. Die Gespräche mit deinen Freunden verändern sich und das Thema Narzissmus rückt in die Ferne.

Wie schnell du diese Phase erreichst, ist tatsächlich bei jeder Betroffenen unterschiedlich. Es kann sein, dass du dir Unterstützung gesucht hast und so deutlich schneller vorankommst. Diese Phase kann nach Monaten erreicht werden. Es kann jedoch auch deutlich später geschehen. Es gibt hier nicht das eine richtige Tempo. Bedenke, dass du deinen Weg gehst, in deinem Tempo.

Phase 5 Ich spüre Heilung in mir

In dieser Phase passieren unterschiedliche Dinge. Wir lösen uns aus Verbindungen, die uns nicht mehr guttun und intensivieren die Freundschaften, die während der Beziehung sehr gelitten haben und schlichtweg einfach zu kurz gekommen sind. Die Beziehung zu uns selbst verbessert sich, auch wenn gelegentlich die alten Muster zum Vorschein kommen. Bitte sei auch hier sehr achtsam und liebevoll zu dir, denn vergiss in diesem Prozess nicht, wie lange deine alten Systeme unbewusst in dir aktiv waren.

Die alten Strukturen und Verhaltensweisen lassen sich nicht von jetzt auf gleich verändern. Es braucht Geduld und dennoch die Willensstärke, täglich achtsam mit sich selbst zu sein. Bitte lasse dir gesagt sein, dass diese Reise niemals abgeschlossen werden kann. Sie ist eine lebenslange Reise, die uns bis zum Tod begleitet.

Es geht darum, bewusst mit seinem Schmerz umzugehen, seine eigenen Muster zu erkennen und Selbstliebe zu kultivieren. Es ist tatsächlich die Beziehung zu uns selbst, die darüber entscheidet, welche Beziehungen wir im Außen erleben.

Phase 6 Ich erkenne die Sinnhaftigkeit hinter meiner toxischen Beziehung

Ich bin fest davon überzeugt, dass das Leben für uns ist. Das bedeutet, dass toxische Beziehungen der schmerzhafte Weckruf für uns sind, um uns aufzuzeigen, welche lieblose Beziehung wir zu uns selbst leben. Es ist kein Zufall, dass wir uns in solchen Beziehungen wiederfinden. Oftmals leben wir genau die Beziehungsstrukturen, die wir noch aus unserem Elternhaus kennen.

In der Erziehung unserer Eltern wurden uns Werte vermittelt, die heutzutage kaum noch haltbar sind. Es ist kein Vorwurf gegen unsere Eltern. Vielmehr geht es darum seine eigene Biografie zu hinterfragen. Dann erkennst du auch den Sinn hinter deiner toxischen Beziehung, dass in deinem Unterbewusstsein ein Programm abläuft, welches du in Wahrheit gar nicht bist.

Zusammengefasst

​Wie ich auch in meinem Buch „Eiskalt“ erwähnt habe, ist der Weg der Selbstheilung keinesfalls das Schönreden der toxischen Beziehung oder Kindheit. Wie willst du eine toxische Beziehung vollständig auflösen und loslassen, wenn die Sinnhaftigkeit darüber hinaus außer Acht gelassen wird. Wir Menschen machen uns das größte Geschenk, wenn wir den Blick auf das richten, was wir verändern und beeinflussen können. Das sind nun mal wir selbst. Wir werden nicht die Antworten beim Narzissten finden, auch, wenn wir noch so sehr danach suchen. Du bist nicht schuld, dass du in solch einer Beziehung gelandet bist. Was du machen darfst, ist die Verantwortung für deine getroffene Entscheidung, mit diesem Mann in Beziehung gegangen zu sein, zu übernehmen. Somit wirst du zukünftig aus deinen vergangenen Entscheidungen lernen können und zukünftig, die ein oder andere Entscheidung treffen.

Wenn wir aufhören im außen nach Liebe zu suchen, können wir im inneren das finden, wonach wir uns sehnen: UNS SELBST!

Dein Leben ist wertvoll und verdient es, in Freude gelebt zu werden

Hilfe, um toxische Beziehungen zu verarbeiten und dir zu einem starken ICH zu verhelfen, erhältst du bei mir.

Ich freue mich auf dich.
Von Herz zu Herz, deine Martina

15 Kommentare

  1. Ich habe aufgehört zu lesen nach dem Wort „Mistkerl“. Ich habe mich nach 23 Jahren für den Kontaktabbruch von meiner narzisstischen Frau entscheiden müssen und daher viel über Narzissmus gelesen. Leider werden viele Beiträge über den narzisstischen Mann veröffentlicht, wobei man hier einen Unterschied machen müsste

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  2. Liebe Martina,

    alles, was du hier geschrieben hast, kann ich aus persönlicher Erfahrung nur bestätigen.

    Ich denke, es ist wertvoll , den Blick auf sich selbst zu richten, seinen eigenen Anteil zu erkennen und eben auch zu verstehen warum.

    Denn ich für mich,habe auch erst dadurch erkannt, dass mich diese Beziehungsdynamik , nicht nur auf romantischer Ebene, sondern auf sämtliche Lebensbereiche bezogen, schon all die Jahre begleitet und auch nur ich, in der Lage bin, daran etwas für mich,zu verändern .

    Es ist nicht entscheidend, was ein Anderer tut .
    Wir alle sind geprägt, so auch unser Gegenüber.
    Aber es ist nicht unsere Aufgabe, zu hinterfragen, warum sich unser Gegenüber, inwiefern verhält.
    Wichtiger und zielführender ist es bei sich zu bleiben.
    Es geht meiner Meinung nach auch nie um Schuld.
    Ich bin heute noch traurig,aber anders traurig und es wird dauern , bis das heilt, aber ich bin auch dankbar, für alles, was ich dabei über mich lernen durfte.
    Zu diesen Überzeugungen, bin zumindest ich für mich , nach sovielen Jahren, gekommen.

    Ich danke dir von Herzen für diesen Beitrag, denn er bringt es für mich völlig auf den Punkt .

    Liebe Grüße

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  3. Hallo,ich wünschte das auch das Thema „Zwilling-Dual-Seelenprozess“ hier eines Tages seinen Platz finden wird. Denn das spirituelle Thema hat die identischen Charakterzüge und bedingt einen narzistischen und empathischen Part. Leider hab ich den 2.Part eingenommen, sodass ich heute 2 Jahre danach noch immer „krankhafte angezüchtete manipulierte Gedanken“ in meinem Kopf trage. Sie war eine Türkin aus Düsseldorf, eigentlich hetero,arbeitet als Betreuung in D -Bilk,aber wir sahen uns und von diesem Tage an……..Suzan hat mich nach Strich und Faden emotional verarscht,so sehr, dass ich beinahe drauf ging. Daher weite das Thema aus. Ich bin 50 J,w, sehr rational und alles andere als oberflächlich. Auch mir ist es passiert, wofür ich mich wahnsinnig schäme.

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    • Ich grüße dich,
      danke für deine Offenheit hier in den Kommentaren.
      Ich habe das Thema Dualseele schon einmal in meinem Podcast aufgeführt.
      Ich kann das gut nachempfinden, welche unterschiedlichen Gefühle du für dich durchlebst.
      Ich wünsche dir von Herzen,dass du eine gute Unterstützung an deiner Seite hast, um diese Erfahrung zu verarbeiten.
      Herzliche Grüße, Martina

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  4. Liebe Martina!
    Herzlichen Dank für Deine hilfreichen Worte.
    Ich bleibe dabei und gehe weiter meinen Weg meine Verletzungen und inneren Wunden zu heilen.
    Ich bin gerade sehr daran den Teil in mir, der sie nicht loslassen, nicht getrennt sein will von ihr zu erlösen. Es ist ein langer und mühsamer Weg, doch ich hoffe es lohnt sich und irgendwann wird es besser werden.
    Alles Liebe!

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  5. Liebe Martina!
    Herzlichen Dank für Deine aufmunternden Worte.
    Eine Frage habe ich noch, die mich gerade sehr umtreibt.
    Sie (die Mutter unseres gemeinsamen Sohnes) hat in 3 Wochen Geburtstag.
    Mein „Anstand“ sagt, gratuliere ihr, doch dann würde ich den No Contact brechen und ich weiß jetzt wirklich nicht was richtig ist.
    Was würdest Du mir empfehlen?
    Herzlichen Dank im voraus.

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    • Guten Morgen,

      dadurch, dass du gerade sehr in deinem Schmerz bist, empfehle ich, den no contact einzuhalten.
      Denn was würde es bei dir auslösen, wenn keine Reaktion kommt?
      Es ist alles noch sehr frisch. Momentan ist das Verhältnis alles andere als beständig.

      Dennoch musst du da für dich reinspüren. Ich erinnere mich an meine Zeit nach der Trennung und da habe ich nicht gratuliert.
      Das war gut und richtig. Heute, nach Jahren, ist das Verhältnis entspannt und da gratulieren wir uns gegenseitig.
      Das war ein langer Weg hierhin. Gib dir Zeit und erzwinge nichts.

      Liebe Grüße, Martina

      Antworten
    • liebe Martina. am Anfang der Trennung von meinem Ex verdeckten Narzissten nach 5 jähriger On-Off Beziehung im Nov.23 war ich sehr stark. ich blühte auf, hatte Kraft ohne Ende und ich hatte das Gefühl dass die Heilung voranschreitet. ich mache Yoga und meditiere sehr viel. jetzt…4 Monate danach, bin ich in ein sehr tiefes Loch gefallen mit Selbstzweifeln, ständigem Grübeln und habe das Gefühl ich erlebe einen kalten Entzug von der toxischen Beziehung und es geht mir seelisch sehr schlecht. meine Therapeutin hat er derart manipuliert durch gemeinsame Paarsitzungen, dass sie nun ihn therapiert und mich nicht mehr. ich habe meine eigenen Anteile sehr wohl erkannt und versuche daran zu arbeiten, dass mir so etwas nie wieder passiert in solch eine emotionale Abhängigkeit zu geraten! aber momentan komme ich aus meiner Ohnmacht nicht alleine raus. kennst du solch einen Verlauf auch? bin ich unnormal in der Verarbeitung der toxischen Beziehung? lg Annette

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  6. Liebe Martina!
    Tja, das kommt darauf an von wo an man rechnet.
    Also vor knapp 2 Jahren hat sie sich von mir getrennt. Sie ist mit dem Kleinen zu ihrer Mutter gezogen.
    Danach haben wir uns ca 1,5 Jahre immer wieder angenähert und es versucht, wobei das mehr von mir ausging und wie ich heute weiß, für sie eher als Option war um bei ihrer Mutter (die genauso toxisch ist) wieder rauszukommen, als Urlaubsbegleitung und Kinderbetreuer usw.
    Im März habe ich herausgefunden, dass sie hinter meinem Rücken sich als Single ausgibt und versucht andere zu daten. Sie hat sich nichtmal die Mühe gemacht das zu rechtfertigen geschweige denn Reue dafür gezeigt oder sich entschuldigt. Das hat mich sehr wütend gemacht und sie hat dann endgültig Schluss gemacht, eben weil ich wütend wurde und das für sie garnicht geht.
    Ich habe dann weiter versucht zu kämpfen und Antworten von ihr zu bekommen, was natürlich nicht geklappt hat. Ich habe dann noch eine Weile geschrieben und sie hat sporatisch geamntwortet, doch keine Antworten. Als sie dann vor 34 Tagen gesagt hat dass sie mich nicht mehr liebt, habe ich No Contact gemacht und versuche seither mit Innerer Kind Arbeit/Hypnose Meditationen, Tagebuchschreiben usw irgendwie wieder auf die Beine zu kommen.
    Wobei es immer noch sehr wehtut. Ich bin einfach sehr enttäuscht und verletzt.
    Und da wir einen kleinen gemeinsamen Sohn haben kann ich ihr nicht aus dem Weg gehen und wenn ich sie bei der Übergabe immer sehe, macht mir noch schwer zu schaffen.

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    • Guten Morgen☀️

      Es ist gut, dass du in den No Contact gegangen bist.
      Erlaube dir traurig und verletzt zu sein und erkenne die Botschaft hinter den Gefühlen.
      Manchmal ist es so, dass eine gute Ebene als liebende Eltern zum Kind möglich ist.
      Dennoch braucht das auch Zeit. Heilung der inneren Verletzungen sind ein wichtiger Hebel dafür.

      Du machst das gut, dass du die innere Kindarbeit machst. Vielleicht können, jetzt gerade in der Hot Spot Situation, Aussenstehende unterstützen und die Kindsübergabe übernehmen. Manchmal schafft das mehr Ruhe in die Situation.

      Ich wünsche dir von Herzen, dass es einen guten Weg gibt.

      Ganz liebe Grüße, Martina

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  7. @Martina
    Herzlichen Dank für Deine Worte.
    Hm, also je nachdem von wo aus man das rechnet.
    SIE hat bereits vor 2 Jahren Schluss gemacht, ist mit dem kleinen zu ihrer Mutter gezogen. Nach 1,5 Jahren hin und her (heute ist mir klar, dass das mehr von mir ausging und für sie nur nützlich war als Urlaubsbegleitung, Kinderbetreuung und Option um bei der ebenso toxischen Mutter wieder rauszukommen) hat sie dieses Jahr im März endgültig Schluss gemacht. Ich hatte rausgefunden dass sie hinter meinem Rücken sich als Single ausgab und versuchte Typen zu daten. Wurde dann wütend und das hat sie als Grund genutzt es endgültig zu beenden. Ich hab dennoch weiter gekämpft (man kennt das ja) und vorallem versucht von ihr noch Antworten zu bekommen. Nachdem sie anfangs noch sporatisch geantwortet hat (sie brauchte mich noch als Kinderbetreuung) hat sie, nachdem sie alles umgelegt hat auf andere, vor ca 2,5 Monaten den Kontakt zu mir eingestellt. Ich hab weiter versucht Antworten zu bekommen, bekam natürlich keine. Seit 33 Tagen hab ich jetzt von mir aus No Contact und seither versuche ich über innere Kindarbeit/Hypno Meditationen, Tagebuch schreiben und Informationen beschaffen über verdeckte Narzissten irgendwie wieder auf die Beine zu kommen. Schwierig ist natürlich der kleine, der sehr darunter leidet und für mich zusätzlich, weil wir uns jede Woche bei der Übergabe sehen und ich ihr nicht komplett aus dem Weg gehen kann, ohne meinen Kleinen im Stich zu lassen. Naja, ich hoffe dennoch bald irgendwie wieder auf die Beine zu kommen. Ich bin einfach total verletzt und enttäuscht und völlig verängstigt, weil sie natürlich immer wieder meine größte Angst gegen mich verwendet hat.

    Antworten
  8. Zwischen 2 und 3 kommt für mich gerade noch…
    Wenn ich endlich die Antworten auf die offenen Fragen gefunden habe, gibt es leider immer noch einen Teil in mir, der das nicht akzeptieren möchte. Der immer noch hofft, dass ich unrecht habe und doch noch alles irgendwie gut wird.
    Das ist nicht logisch, ich weiß, denn alles, wirklich alles deutet darauf hin und wird immer klarer.
    Und dennoch lässt ein Teil in mir nicht los. Will SIE noch nicht loslassen.
    Ich vermute mal, dass irgendwo in mir noch abgespeichert ist, dass SIE die einzige ist, die mich aus diesem Leid befreien kann.

    Antworten
    • Ich danke dir Udo, für deine Offenheit.
      Darf ich fragen, wie lange deine Trennung zurückliegt?
      Es spielen mehrere Aspekte mit hinein, wenn wir nicht in die Akzeptanz gehen können.
      Ich habe vor 2 Wochen eine Podcastfolge dazu herausgebracht, wenn wir noch tausend Fragen im Kopf haben.
      Vielleicht hilft sie dir weiter für den nächsten Schritt.

      Gib dir und die Aufarbeitung Zeit. Auch das Loslassen dazu.
      Sei gnädig und geduldig mit dir, das ist enorm wichtig in diesen Phasen.

      Vielen Dank, dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast.
      Du schaffst das, glaube an dich…

      Herzlichst, Martina

      Antworten
  9. Liebe Martina, es tut so gut, das zu lesen. ❤️

    Ich habe denjenigen im Arbeitsumfeld kennengelernt. Es lief so klassisch ab. Super Draht zu einander. Gleicher Humor. Er hat mir den jeden Tag geschrieben, nette Sachen, hat mir Kosenamen gegeben. Wollte mich gleich treffen, seine Gefühle, meinte er, werden immer stärker usw usw. In den Telefonaten wurde es schnell doch sehr privat.

    Auch über seine Freundin, die jetzt seine Ex ist, sein Kind und das alles drumherum. Über seine Depression und Borderline (da hätte ich mal besser zuhören sollen). Er war gefühlt immer das Opfer. Mein Bauchgefühl hatte sich da schon deutlich eigentlich gemeldet. Aber ich war so hin und hergerissen. Wenn ich mein Tagebuch durchlese, hab ich immer reingeschrieben, dass es mir nicht gut geht damit, was nur los ist mit mir. Kopf schüttel….

    Dann trennte er sich von seiner Freundin (nach 8 Jahren und angeblich lief es schon seit 2 Jahren nicht mehr) und es wurde schlagartiges anders.
    OK, dachte ich mir verständlich. Er meinte, ich kann mich immer melden, er muss jetzt erstmal alles sortieren. Auch verständlich.
    Ich meinte, nein ich melde mich nicht. Er soll erstmal alles sortieren.

    Naja, nach 2 Tagen meldete er sich wieder mit einem: Na, wie gehts? Und so lief es dann, ich hab geantwortet, seine Antworten haben auf sich warten lassen. Er war wie ausgewechselt, eben immer mit der Begründung „Trennung“.

    Irgendwann hat es sich angefühlt wie Spielchen spielen. Er hat nicht mehr gefragt, wie mir es eigentlich geht, mit der Begründung, er ist grad in einem Tunnel. Hatte ihn mehrmals darauf angesprochen.

    Aber ich hab es mitgemacht. Ich hab Schlafstörungen entwickelt, Panikattacken und bin wieder in eine Essstörung reingerutscht. Alle Warnzeichen waren da, aber es war wie eine Drogensucht.

    Wir haben uns sogar dann getroffen. Davor auch wieder mit viel hin und her. Er hat sich, wenn er mal wieder im Ton oder seinem Verhalten daneben lag, immer brav entschuldigt. Das war allerdings vor dem Treffen.

    Man muss dazusagen, ich bin selbst in einer Beziehung mit Kindern, die zu dem Zeitpunkt eben auf sehr wackeligen Beinen stand. Ich weiß, keine Glanzleistung.

    Es ist dann passiert, er wollte danach sofort ein Statement von mir, ob ich jetzt ein schlechtes Gewissen habe ggü meinem Mann. Er hat nicht die erhoffte Antwort bekommen und hat dann in einer Sprachnachricht den, für mich, emotionalen Rundumschlag gemacht.

    „Er braucht ja kein schlechtes Gewissen haben, bei ihm hat es jetzt eh nicht sooo Klick gemacht, vielleicht hab ich ja sowas schon mal davor gemacht, kann ihm auch egal sein, er will nur nicht, dass es heißt, er hätte die Beziehung kaputt gemacht“.

    Er war daraufhin telefonisch nicht mehr zu erreichen, es kam nur die Whatsapp: Was ich jetzt hier für ne Welle mache, er ist in einer Bar.

    In der Nacht kam dann eine Nachricht und er hat sich entschuldigt. Am nächsten Tag hat er es dann doch wieder relativiert. Das seine Nachricht doch gar nicht so schlimm war, ich das total falsch verstanden habe und er über MEINE Reaktion erschüttert ist.

    Tja, daraufhin hab ich ihm gesagt, ich will keinen Kontakt mehr, ich muss meine Gedanken sortieren. Er meinte, er versteht das, er würde das genauso machen, er freut sich, wenn ich danach wieder auftauche. Ich hab ihm erklärt, dass ER mir weh tut. Daraufhin kam keine Reaktion mehr.

    Gute 2 Wochen war Ruhe, dann kam die erste Sprachnachricht. Mit einem Vorwand, weil wir einen gemeinsamen Kunden haben und weil es IHM schlecht mit der Situation geht und er es blöd findet, keinen Kontakt zu haben.

    Zwischen durch hat er es immer ganz subtil versucht, meine Aufmerksamkeit zu bekommen.

    Ich meinte, du es ist alles geklärt.

    Dann nach 10 Tagen, spät abends, wieder eine Nachricht: Ob es mir gut geht? Und was es neues gibt?

    Dann ging das Geschreibe los. Wieder um das Thema, wie das zum Schluss ablief. Ob ich denn nicht gemerkt habe, dass er mich mag, und er das Treffen schön fand. Und er wollte mich nicht verletzen, er wollte nur ehrlich sein usw usw. Und ich hab das total missverstanden.

    Dann wollte ich mit ihm telefonieren und nicht das alles über sms klären. Da hat er mich dann ganz übel versetzt.

    Im Endeffekt hab ich mein Gespräch bekommen. Ich war schockiert, wie er sein kann. Zu Beginn sehr agressiv und maximal genervt. Mit viel Schweigen dazwischen.

    Wir sind uns nicht einig geworden. Er bleibt auf dem Standpunkt, er wollte nur den Druck rausnehmen, er hat das nicht so gemeint, ich hab das falsch verstanden usw. UND ob ich denn wirklich gedacht habe, er sagt mir nach dem Treffen, er sei in mich verliebt und will ne Beziehung??? Da war es wieder, das Verletzen.

    ABER ich bin nicht mehr eingenickt. Hab genau das gesagt, was ich denke. Wir haben ja schwarz auf weiß, was er wirklich gesagt hat bzw. geschrieben. Und mit dem Satz wollte er quasi wieder seine Dominanz zeigen und sich schützen.

    Ich dachte mir dann, OK. War hart, aber auch sehr heilsam. Und jetzt ist es erledigt.

    Keine 4 Tage hat es gedauert. Ich bekomm spät abends wieder eine Nachricht. Ein Bild von ihm am Strand mit einem Freund und beste Grüße. Nix weiter und wie wenn nix gewesen wäre.

    So. Das war ein langer Text, obwohl es die Kurzfassung ist 🙂 Aber vielleicht hilft das jemand anderen auch und mir hilft es auch nochmals, das niederzuschreiben.

    Ach ja, ich bin mittlerweile in Therapie. Er, der es eher brauchen würde, nicht. Er ertränkt das in Alkohol.

    Ich erwische mich immer noch dabei, ob ICH das wirklich so verquer sehe. Und es tut immer noch weh und ich denke noch viel darüber nach. Aber ich bin schon deutlich weiter, als vor einem Monat oder zwei.

    Ich weiß auch mittlerweile, warum mich das alles so triggert, aber es wird noch ein längerer Weg für mich.

    Und ja, ihn zu blockieren, würde es deutlich beschleunigen, aber das bekomm ich noch! nicht hin.

    Und ja, es war noch nicht mal eine Beziehung. Und ja, ich kenn ja nur immer seine Seite der Erzählungen über seine Ex und Co. Das darf man auch nicht vergessen.

    Und trotzdem, ist es wie du sagst, man wartet noch auf eine ehrliche Entschuldigung und wünscht sich, er leidet auch so und kapiert, was er an einem hatte.

    Obwohl man es ja besser weiß.

    Liebe Grüße und nochmals DANKE.

    Antworten
    • Ich danke dir von Herzen für deine Offenheit.
      Du gehst in deinem Tempo und blockierst ihn dann, wenn es für dich passt.
      Natürlich würde es deinen Prozess beschleunigen, dennoch tut es ja auch weh.

      Hier spielt das Thema Selbstwert eine Rolle und je mehr du diesen in dir findest, umso mehr bist du es dir wert,
      nicht mehr in der vergangenen Energie zu schwelgen. Doch alles in deinem Tempo.

      Er wird sich sicherlich nicht entschuldigen, denn das wäre ein Bekenntnis, dass er tatsächlich verletzend gehandelt hat.
      Das machen sie in der Regel nicht.

      ich habe zum Thema Selbstwert eine Podcastfolge. Vielleicht hilft sie dir weiter.
      Du schaffst das.
      Ich drücke dich im Herzen, deine Martina

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