Die 6 Phasen nach einer toxischen Beziehung: Was dich erwartet und wie du heilst
Erstellt am: 17. August 2022
Überarbeitet am: 16. Juni 2026
Die 6 Phasen nach einer toxischen Beziehung zu kennen, kann dir gerade jetzt enorm helfen, wenn sich alles in dir leer und orientierungslos anfühlt. Vielleicht ist deine Beziehung erst vor Kurzem zu Ende gegangen und du fragst dich, ob das, was du fühlst, überhaupt normal ist. Ich sage dir gleich zu Beginn: Ja, das ist es. Und du bist damit nicht allein.
Wenn eine toxische Beziehung endet, fühlt es sich für viele Frauen an, als würde der Boden unter den Füßen verschwinden. Von einem Moment auf den anderen ist da diese Schwere, dieses tiefe Loch, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt. Wenn dann noch das Umfeld sagt, du sollst doch einfach froh sein, dass es vorbei ist, fühlst du dich oft noch unverstandener. Denn niemand sieht von außen, wie viel dieser Weg von dir verlangt.
Ich kenne diesen Schmerz aus eigener Erfahrung. Ich weiß, wie sehr du dir wünschst, dass er einfach schnell vorbeigeht. Und ich möchte dir Mut machen: Der Zustand, in dem du dich heute befindest, wird in einem halben Jahr schon ein anderer sein. Du wirst aus diesen Phasen gestärkt hervorgehen. Lass uns gemeinsam anschauen, was dich auf diesem Weg erwartet.
Übersicht:
- Der freie Fall: Warum sich das Ende so überwältigend anfühlt
- Phase 1: Die Schockstarre nach der Trennung
- Phase 2: Verstehen wollen, was passiert ist
- Phase 3: Klarheit und neues Bewusstsein
- Phase 4: Schritt für Schritt in die Loslösung
- Phase 5: Ich spüre Heilung in mir
- Phase 6: Ich erkenne den Sinn hinter meiner Erfahrung
- Häufige Fragen
Der freie Fall: Warum sich das Ende so überwältigend anfühlt
Wenn der Boden unter dir verschwindet
Das Ende einer toxischen Beziehung trifft viele Frauen mit voller Wucht. Du fällst von einem Moment in den nächsten in ein tiefes, schwarzes Loch und hast das Gefühl, niemand versteht wirklich, was gerade in dir vorgeht. Oft hast du nicht einmal selbst Worte dafür. Wer schon einmal eine toxische Beziehung durchlebt hat, weiß, dass von der einst so lebendigen, fröhlichen Frau erst einmal nicht mehr viel übrig zu sein scheint.
Stattdessen ist da eine Frau, die desorientiert ist, körperlich erschöpft und kaum noch handlungsfähig. Vielleicht sind über die Zeit auch Freundschaften und der Kontakt zur Familie leiser geworden, sodass du dich jetzt besonders allein fühlst. All das zu verarbeiten braucht Zeit und Geduld. Manchmal zieht sich dieser Prozess über Monate. Doch genau dafür gibt es diese sechs Phasen, die dir zeigen, dass dein Weg eine Richtung hat.
Phase 1: Die Schockstarre nach der Trennung
Wenn dein System erst einmal stillsteht
Die erste der 6 Phasen nach einer toxischen Beziehung lässt sich mit einem Wort beschreiben: Schockstarre. Du stehst mit einem Fuß in einem neuen Leben und mit dem anderen noch in der alten Verbindung. Ein tiefer Schmerz durchzieht deinen Körper, der Alltag fühlt sich unmöglich an, und es gibt Tage, an denen du am liebsten gar nicht aufstehen möchtest.
Nach einigen Tagen können tiefe Selbstzweifel und Schuldgefühle dazukommen. Bitte sei in dieser Zeit besonders sanft mit dir. Wenn die Gedanken sehr dunkel werden und dich das Gefühl überwältigt, ist das ein wichtiges Zeichen, dass du dir jetzt Unterstützung an die Seite holen darfst. Du musst da nicht allein durch. Es ist Stärke, nicht Schwäche, sich in dieser Phase Begleitung zu suchen, sei es bei einem vertrauten Menschen, einer Ärztin oder einer professionellen Beratungsstelle.
Phase 2: Verstehen wollen, was passiert ist
Die Suche nach einer Erklärung
In dieser Phase will dein Verstand begreifen, was geschehen ist. Instinktiv spürst du, dass das keine gewöhnliche Trennung war. Also beginnst du zu suchen, liest, schaust Videos und stößt auf Begriffe wie toxische Beziehung und emotionale Abhängigkeit. Auf einmal hat das, was du erlebt hast, einen Namen, und das bringt eine erste Erleichterung.
Gleichzeitig wechseln sich die Gefühle ab. Mal bist du erleichtert, dass endlich sichtbar wird, was lange im Verborgenen lag. Mal macht es dich fertig, dass du es nicht früher erkannt hast. Ich erinnere mich gut an diese Zeit. Ich habe ein Video nach dem anderen geschaut, fast wie in einem Sog. Unbewusst wollte ich damals meinen eigenen Anteil nicht anschauen. Doch sind wir deshalb selbst schuld? Diese Frage habe ich für mich klar mit Nein beantwortet. Wenn dich dieses ständige Recherchieren erschöpft, hilft dir vielleicht diese Folge weiter: Loslassen: Eine innere Reise, die in den Neuanfang führt
Phase 3: Klarheit und neues Bewusstsein
Wenn sich der Nebel allmählich lichtet
Nach einigen Wochen oder Monaten lichtet sich der Nebel und es kommt Klarheit in deine Geschichte. Vielleicht hast du inzwischen ein erstes Beratungsgespräch geführt und für dich den Kontaktabbruch umgesetzt. Genau hier passiert oft etwas Entscheidendes: Du erkennst, dass sich bestimmte toxische Beziehungsmuster in deinem Leben wiederholt haben, nur mit unterschiedlichen Personen. Und damit wird zum ersten Mal spürbar, dass diese Muster auch etwas mit dir und deiner Geschichte zu tun haben. Das ist kein Vorwurf an dich. Es ist eine Einladung, den Blick liebevoll auf dich selbst zu richten.
Das stundenlange Anschauen von Videos über das Verhalten des anderen beruhigt dich vielleicht kurzfristig. Doch oft dient es vor allem der Ablenkung davon, bei dir selbst anzukommen. Und genau dort liegt der Schlüssel zu deiner Heilung. Sobald du den Fokus auf dich richtest, kannst du die schmerzhaften Erlebnisse wirklich verarbeiten. Es kann sein, dass du in dieser Phase zum ersten Mal seit Langem einen Hauch von Zuversicht spürst.
Phase 4: Schritt für Schritt in die Loslösung
Dein eigenes Tempo zählt
Je weiter du in deiner Bewusstwerdung voranschreitest, desto mehr wächst die Hoffnung, dass es für dich gut ausgehen wird. Du wirst standhafter und distanzierst dich Stück für Stück von der alten Verbindung. Meine Empfehlung ist, so geduldig und gnädig wie möglich mit dir zu sein. Es werden Rückschritte kommen, und die gehören einfach dazu.
Vielleicht gibt es schon Momente, in denen du gar nicht mehr an die Vergangenheit denkst, sondern wieder aktiv am Leben teilnimmst. Wie schnell du diese Phase erreichst, ist von Frau zu Frau verschieden. Wenn du dir Unterstützung suchst, kommst du oft schneller voran. Es gibt hier kein richtiges Tempo. Du gehst deinen Weg, in deinem Rhythmus. Falls dir das Loslassen besonders schwerfällt, ist die Folge zum No Contact nach toxischer Beziehung eine schöne Stütze für diesen Schritt.
Phase 5: Ich spüre Heilung in mir
Die Beziehung zu dir selbst verändert sich
In dieser Phase passiert vieles gleichzeitig. Du löst dich aus Verbindungen, die dir nicht guttun, und schenkst den Freundschaften wieder Raum, die zu kurz gekommen sind. Vor allem aber verbessert sich deine Beziehung zu dir selbst, auch wenn gelegentlich alte Muster auftauchen. Sei dann besonders achtsam und liebevoll mit dir und vergiss nicht, wie lange diese alten Prägungen unbewusst in dir gewirkt haben.
Alte Strukturen verändern sich nicht von heute auf morgen. Es braucht Geduld und gleichzeitig die innere Stärke, jeden Tag achtsam mit dir umzugehen. Diese Reise ist weniger ein Ziel als ein liebevoller, lebenslanger Weg zu dir selbst. Es geht darum, bewusst mit deinem Schmerz umzugehen, deine Muster zu erkennen und Selbstliebe zu kultivieren. Denn am Ende ist es die Beziehung zu dir selbst, die bestimmt, welche Beziehungen du im Außen erlebst. Wie dieser Weg konkret aussehen kann, zeigt dir diese Folge: Selbstwert aufbauen nach Trennung
Phase 6: Ich erkenne den Sinn hinter meiner Erfahrung
Vom Schmerz zum Wendepunkt
Ich bin zutiefst überzeugt, dass das Leben für dich ist. Eine toxische Beziehung kann ein schmerzhafter Weckruf sein, der dir zeigt, wie lieblos die Beziehung zu dir selbst bisher vielleicht war. Es ist kein Zufall, dass wir uns in bestimmten Verbindungen wiederfinden. Oft leben wir genau die Strukturen, die wir aus unserem Elternhaus kennen.
Das ist kein Vorwurf gegen deine Eltern. Es ist eine Einladung, deine eigene Geschichte zu hinterfragen. Dann erkennst du den Sinn hinter deiner Erfahrung: dass in deinem Unterbewusstsein ein altes Programm lief, das in Wahrheit gar nicht du bist. Und sobald du das siehst, darfst du neu entscheiden. Wenn du dich gerade besonders wertlos fühlst, ist dieser Beitrag ein liebevoller Begleiter: Ich fühle mich wertlos.
Fazit
Die 6 Phasen nach einer toxischen Beziehung sind kein gerader Weg und kein Wettlauf. Sie sind ein Prozess, der dich behutsam zurück zu dir selbst führt. Du wirst nicht die Antworten im Außen finden, sondern in dir. Wenn du aufhörst, im Außen nach Liebe zu suchen, findest du im Inneren das, wonach du dich so sehr sehnst: dich selbst. Du bist nicht schuld daran, dass du in dieser Beziehung warst. Was du tun darfst, ist Verantwortung für deine Zukunft zu übernehmen. Dein Leben ist wertvoll und verdient es, in Freude gelebt zu werden. Veränderung ist möglich. Du darfst neu entscheiden.
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Häufige Fragen
Wie lange dauern die Phasen nach einer toxischen Beziehung?
Das ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich und hängt davon ab, wie lange die Verbindung bestand und wie viel Unterstützung du dir holst. Manche durchlaufen die Phasen in einigen Monaten, andere brauchen länger. Wichtig ist, dass du dein eigenes Tempo respektierst. Wenn dir das Loslassen schwerfällt, hilft dir der Beitrag zum No Contact nach toxischer Beziehung weiter.
Warum fühle ich mich nach der Trennung so wertlos?
Dieses Gefühl entsteht oft, weil dein Selbstwert über die Zeit gelitten hat und du dich immer wieder kleiner gemacht hast. Die gute Nachricht ist: Selbstwert lässt sich wieder aufbauen. Wie das gelingt, liest du in Ich fühle mich wertlos.
Warum ziehe ich immer wieder ähnliche Beziehungen an?
Häufig wiederholen sich alte Prägungen aus der Kindheit, solange sie unbewusst in uns wirken. Wenn du diese toxischen Beziehungsmuster erkennst und liebevoll anschaust, kannst du sie Schritt für Schritt lösen und neu entscheiden.
Hilfe, um toxische Beziehungen zu verarbeiten und dir zu einem starken ICH zu verhelfen, erhältst du bei mir.
Ich freue mich auf dich.
Von Herz zu Herz, deine Martina
Übersicht:
- Der freie Fall: Warum sich das Ende so überwältigend anfühlt
- Phase 1: Die Schockstarre nach der Trennung
- Phase 2: Verstehen wollen, was passiert ist
- Phase 3: Klarheit und neues Bewusstsein
- Phase 4: Schritt für Schritt in die Loslösung
- Phase 5: Ich spüre Heilung in mir
- Phase 6: Ich erkenne den Sinn hinter meiner Erfahrung
- Häufige Fragen
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Ich habe aufgehört zu lesen nach dem Wort „Mistkerl“. Ich habe mich nach 23 Jahren für den Kontaktabbruch von meiner narzisstischen Frau entscheiden müssen und daher viel über Narzissmus gelesen. Leider werden viele Beiträge über den narzisstischen Mann veröffentlicht, wobei man hier einen Unterschied machen müsste
Liebe Martina,
alles, was du hier geschrieben hast, kann ich aus persönlicher Erfahrung nur bestätigen.
Ich denke, es ist wertvoll , den Blick auf sich selbst zu richten, seinen eigenen Anteil zu erkennen und eben auch zu verstehen warum.
Denn ich für mich,habe auch erst dadurch erkannt, dass mich diese Beziehungsdynamik , nicht nur auf romantischer Ebene, sondern auf sämtliche Lebensbereiche bezogen, schon all die Jahre begleitet und auch nur ich, in der Lage bin, daran etwas für mich,zu verändern .
Es ist nicht entscheidend, was ein Anderer tut .
Wir alle sind geprägt, so auch unser Gegenüber.
Aber es ist nicht unsere Aufgabe, zu hinterfragen, warum sich unser Gegenüber, inwiefern verhält.
Wichtiger und zielführender ist es bei sich zu bleiben.
Es geht meiner Meinung nach auch nie um Schuld.
Ich bin heute noch traurig,aber anders traurig und es wird dauern , bis das heilt, aber ich bin auch dankbar, für alles, was ich dabei über mich lernen durfte.
Zu diesen Überzeugungen, bin zumindest ich für mich , nach sovielen Jahren, gekommen.
Ich danke dir von Herzen für diesen Beitrag, denn er bringt es für mich völlig auf den Punkt .
Liebe Grüße
Hallo,ich wünschte das auch das Thema „Zwilling-Dual-Seelenprozess“ hier eines Tages seinen Platz finden wird. Denn das spirituelle Thema hat die identischen Charakterzüge und bedingt einen narzistischen und empathischen Part. Leider hab ich den 2.Part eingenommen, sodass ich heute 2 Jahre danach noch immer „krankhafte angezüchtete manipulierte Gedanken“ in meinem Kopf trage. Sie war eine Türkin aus Düsseldorf, eigentlich hetero,arbeitet als Betreuung in D -Bilk,aber wir sahen uns und von diesem Tage an……..Suzan hat mich nach Strich und Faden emotional verarscht,so sehr, dass ich beinahe drauf ging. Daher weite das Thema aus. Ich bin 50 J,w, sehr rational und alles andere als oberflächlich. Auch mir ist es passiert, wofür ich mich wahnsinnig schäme.
Ich grüße dich,
danke für deine Offenheit hier in den Kommentaren.
Ich habe das Thema Dualseele schon einmal in meinem Podcast aufgeführt.
Ich kann das gut nachempfinden, welche unterschiedlichen Gefühle du für dich durchlebst.
Ich wünsche dir von Herzen,dass du eine gute Unterstützung an deiner Seite hast, um diese Erfahrung zu verarbeiten.
Herzliche Grüße, Martina
Danke!!!
Diese Themenbereiche haben mir, leider nochmal 2 Jahre gekostet!!! „Dualseelenprozess/Zwillingsflammen“ … wahrscheinlich nur Begriffe für gestörte Beziehungen und tox. Menschen…. ok vielleicht übertrieben ausgedrückt, vielleicht….
Rückwirkend betrachtet, erkenne ich, dass ich von 7Jahren „Beziehung“, 5 ½Jahre gebraucht habe, um mich endgültig zu trennen!!!!!!!
Bzw es über 5½Jahre versucht habe, ohne dass es danach ausgesehen oder sich danach angefühlt hätte! Im Gegenteil!
Die Show im Außen, lief auch bei mir im Inneren ab! Energetisch gesehen, muss das irre gewesen sein!!!! Er hat sich so lange an mir gelabt, bis nichts mehr für ihn da war, bzw für mich auch nicht mehr genug! Unterschätze niemals Beziehung und wie sie sich auf deine GESUNDHEIT auswirken!
Das ist doch unglaublich oder?!?! Und zeigt welche Macht solche Beziehungen ausüben können!
Mein größter Prozess bestand darin, zu erkennen, zu erfahren, dass ich aufgrund von Mustern und Gewohnheiten aus der Kindheit, die sich in der Nähe von solchen Personen, selbständig eingeschaltet hatten, nicht mehr rational handeln KONNTE und die Kontrolle verlor ohne zu verstehen!
Ich war nicht nur für mich, sondern auch für die geliebte Seele in meinem Leben verantwortlich! (mein Kind)
Die daraus resultierende Lernaufgabe, in diesem Leben, wird sein, mir selbst zu vergeben!
Was mir hilft, um Verständnis für mich zu haben, ist die Logik, dass ich eben aufgrund einer Krankheit in diese Situation gekommen bin!!!! Emotionale Abhängigkeit..
Ich habe sehr sehr sehr viel durch diese Beziehung verloren (Beziehung zu meinem Kind, Bachelorabschluss, Karriere und Jobs, Frieden…)
Aber ich kenne es vom Leben bzw weiß ich, dass solche Lernaufgaben in verdammt viel Wachstum resultieren, wenn man durch ist!
Und da hat jeder sein eigenes Tempo!
Ich wünsche jedem inkl.mir, die/der so eine Erfahrung gemacht hat, dass Ego bändigen zu können, dem inneren Kritiker bald mal eine reinzuhauen und den Prozess schnell zu durchlaufen, um dann hell erstrahlen zu dürfen! Phönix aus der Asche!
LG N.
Hey Nicole. Du sprichst mir eins zu eins aus der Seele. Fast schon erschreckend. Wir haben viele parallelen. Ich hoffe du liest diese Zeilen und wir können irgendwie in Kontakt treten. Ich sehe dein Kommentar ist noch nicht soo lange her…
Liebe Martina!
Herzlichen Dank für Deine hilfreichen Worte.
Ich bleibe dabei und gehe weiter meinen Weg meine Verletzungen und inneren Wunden zu heilen.
Ich bin gerade sehr daran den Teil in mir, der sie nicht loslassen, nicht getrennt sein will von ihr zu erlösen. Es ist ein langer und mühsamer Weg, doch ich hoffe es lohnt sich und irgendwann wird es besser werden.
Alles Liebe!
Liebe Martina!
Herzlichen Dank für Deine aufmunternden Worte.
Eine Frage habe ich noch, die mich gerade sehr umtreibt.
Sie (die Mutter unseres gemeinsamen Sohnes) hat in 3 Wochen Geburtstag.
Mein „Anstand“ sagt, gratuliere ihr, doch dann würde ich den No Contact brechen und ich weiß jetzt wirklich nicht was richtig ist.
Was würdest Du mir empfehlen?
Herzlichen Dank im voraus.
Guten Morgen,
dadurch, dass du gerade sehr in deinem Schmerz bist, empfehle ich, den no contact einzuhalten.
Denn was würde es bei dir auslösen, wenn keine Reaktion kommt?
Es ist alles noch sehr frisch. Momentan ist das Verhältnis alles andere als beständig.
Dennoch musst du da für dich reinspüren. Ich erinnere mich an meine Zeit nach der Trennung und da habe ich nicht gratuliert.
Das war gut und richtig. Heute, nach Jahren, ist das Verhältnis entspannt und da gratulieren wir uns gegenseitig.
Das war ein langer Weg hierhin. Gib dir Zeit und erzwinge nichts.
Liebe Grüße, Martina
liebe Martina. am Anfang der Trennung von meinem Ex verdeckten Narzissten nach 5 jähriger On-Off Beziehung im Nov.23 war ich sehr stark. ich blühte auf, hatte Kraft ohne Ende und ich hatte das Gefühl dass die Heilung voranschreitet. ich mache Yoga und meditiere sehr viel. jetzt…4 Monate danach, bin ich in ein sehr tiefes Loch gefallen mit Selbstzweifeln, ständigem Grübeln und habe das Gefühl ich erlebe einen kalten Entzug von der toxischen Beziehung und es geht mir seelisch sehr schlecht. meine Therapeutin hat er derart manipuliert durch gemeinsame Paarsitzungen, dass sie nun ihn therapiert und mich nicht mehr. ich habe meine eigenen Anteile sehr wohl erkannt und versuche daran zu arbeiten, dass mir so etwas nie wieder passiert in solch eine emotionale Abhängigkeit zu geraten! aber momentan komme ich aus meiner Ohnmacht nicht alleine raus. kennst du solch einen Verlauf auch? bin ich unnormal in der Verarbeitung der toxischen Beziehung? lg Annette
Liebe Martina!
Tja, das kommt darauf an von wo an man rechnet.
Also vor knapp 2 Jahren hat sie sich von mir getrennt. Sie ist mit dem Kleinen zu ihrer Mutter gezogen.
Danach haben wir uns ca 1,5 Jahre immer wieder angenähert und es versucht, wobei das mehr von mir ausging und wie ich heute weiß, für sie eher als Option war um bei ihrer Mutter (die genauso toxisch ist) wieder rauszukommen, als Urlaubsbegleitung und Kinderbetreuer usw.
Im März habe ich herausgefunden, dass sie hinter meinem Rücken sich als Single ausgibt und versucht andere zu daten. Sie hat sich nichtmal die Mühe gemacht das zu rechtfertigen geschweige denn Reue dafür gezeigt oder sich entschuldigt. Das hat mich sehr wütend gemacht und sie hat dann endgültig Schluss gemacht, eben weil ich wütend wurde und das für sie garnicht geht.
Ich habe dann weiter versucht zu kämpfen und Antworten von ihr zu bekommen, was natürlich nicht geklappt hat. Ich habe dann noch eine Weile geschrieben und sie hat sporatisch geamntwortet, doch keine Antworten. Als sie dann vor 34 Tagen gesagt hat dass sie mich nicht mehr liebt, habe ich No Contact gemacht und versuche seither mit Innerer Kind Arbeit/Hypnose Meditationen, Tagebuchschreiben usw irgendwie wieder auf die Beine zu kommen.
Wobei es immer noch sehr wehtut. Ich bin einfach sehr enttäuscht und verletzt.
Und da wir einen kleinen gemeinsamen Sohn haben kann ich ihr nicht aus dem Weg gehen und wenn ich sie bei der Übergabe immer sehe, macht mir noch schwer zu schaffen.
Guten Morgen☀️
Es ist gut, dass du in den No Contact gegangen bist.
Erlaube dir traurig und verletzt zu sein und erkenne die Botschaft hinter den Gefühlen.
Manchmal ist es so, dass eine gute Ebene als liebende Eltern zum Kind möglich ist.
Dennoch braucht das auch Zeit. Heilung der inneren Verletzungen sind ein wichtiger Hebel dafür.
Du machst das gut, dass du die innere Kindarbeit machst. Vielleicht können, jetzt gerade in der Hot Spot Situation, Aussenstehende unterstützen und die Kindsübergabe übernehmen. Manchmal schafft das mehr Ruhe in die Situation.
Ich wünsche dir von Herzen, dass es einen guten Weg gibt.
Ganz liebe Grüße, Martina
@Martina
Herzlichen Dank für Deine Worte.
Hm, also je nachdem von wo aus man das rechnet.
SIE hat bereits vor 2 Jahren Schluss gemacht, ist mit dem kleinen zu ihrer Mutter gezogen. Nach 1,5 Jahren hin und her (heute ist mir klar, dass das mehr von mir ausging und für sie nur nützlich war als Urlaubsbegleitung, Kinderbetreuung und Option um bei der ebenso toxischen Mutter wieder rauszukommen) hat sie dieses Jahr im März endgültig Schluss gemacht. Ich hatte rausgefunden dass sie hinter meinem Rücken sich als Single ausgab und versuchte Typen zu daten. Wurde dann wütend und das hat sie als Grund genutzt es endgültig zu beenden. Ich hab dennoch weiter gekämpft (man kennt das ja) und vorallem versucht von ihr noch Antworten zu bekommen. Nachdem sie anfangs noch sporatisch geantwortet hat (sie brauchte mich noch als Kinderbetreuung) hat sie, nachdem sie alles umgelegt hat auf andere, vor ca 2,5 Monaten den Kontakt zu mir eingestellt. Ich hab weiter versucht Antworten zu bekommen, bekam natürlich keine. Seit 33 Tagen hab ich jetzt von mir aus No Contact und seither versuche ich über innere Kindarbeit/Hypno Meditationen, Tagebuch schreiben und Informationen beschaffen über verdeckte Narzissten irgendwie wieder auf die Beine zu kommen. Schwierig ist natürlich der kleine, der sehr darunter leidet und für mich zusätzlich, weil wir uns jede Woche bei der Übergabe sehen und ich ihr nicht komplett aus dem Weg gehen kann, ohne meinen Kleinen im Stich zu lassen. Naja, ich hoffe dennoch bald irgendwie wieder auf die Beine zu kommen. Ich bin einfach total verletzt und enttäuscht und völlig verängstigt, weil sie natürlich immer wieder meine größte Angst gegen mich verwendet hat.
Zwischen 2 und 3 kommt für mich gerade noch…
Wenn ich endlich die Antworten auf die offenen Fragen gefunden habe, gibt es leider immer noch einen Teil in mir, der das nicht akzeptieren möchte. Der immer noch hofft, dass ich unrecht habe und doch noch alles irgendwie gut wird.
Das ist nicht logisch, ich weiß, denn alles, wirklich alles deutet darauf hin und wird immer klarer.
Und dennoch lässt ein Teil in mir nicht los. Will SIE noch nicht loslassen.
Ich vermute mal, dass irgendwo in mir noch abgespeichert ist, dass SIE die einzige ist, die mich aus diesem Leid befreien kann.
Ich danke dir Udo, für deine Offenheit.
Darf ich fragen, wie lange deine Trennung zurückliegt?
Es spielen mehrere Aspekte mit hinein, wenn wir nicht in die Akzeptanz gehen können.
Ich habe vor 2 Wochen eine Podcastfolge dazu herausgebracht, wenn wir noch tausend Fragen im Kopf haben.
Vielleicht hilft sie dir weiter für den nächsten Schritt.
Gib dir und die Aufarbeitung Zeit. Auch das Loslassen dazu.
Sei gnädig und geduldig mit dir, das ist enorm wichtig in diesen Phasen.
Vielen Dank, dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast.
Du schaffst das, glaube an dich…
Herzlichst, Martina
Liebe Martina, es tut so gut, das zu lesen. ❤️
Ich habe denjenigen im Arbeitsumfeld kennengelernt. Es lief so klassisch ab. Super Draht zu einander. Gleicher Humor. Er hat mir den jeden Tag geschrieben, nette Sachen, hat mir Kosenamen gegeben. Wollte mich gleich treffen, seine Gefühle, meinte er, werden immer stärker usw usw. In den Telefonaten wurde es schnell doch sehr privat.
Auch über seine Freundin, die jetzt seine Ex ist, sein Kind und das alles drumherum. Über seine Depression und Borderline (da hätte ich mal besser zuhören sollen). Er war gefühlt immer das Opfer. Mein Bauchgefühl hatte sich da schon deutlich eigentlich gemeldet. Aber ich war so hin und hergerissen. Wenn ich mein Tagebuch durchlese, hab ich immer reingeschrieben, dass es mir nicht gut geht damit, was nur los ist mit mir. Kopf schüttel….
Dann trennte er sich von seiner Freundin (nach 8 Jahren und angeblich lief es schon seit 2 Jahren nicht mehr) und es wurde schlagartiges anders.
OK, dachte ich mir verständlich. Er meinte, ich kann mich immer melden, er muss jetzt erstmal alles sortieren. Auch verständlich.
Ich meinte, nein ich melde mich nicht. Er soll erstmal alles sortieren.
Naja, nach 2 Tagen meldete er sich wieder mit einem: Na, wie gehts? Und so lief es dann, ich hab geantwortet, seine Antworten haben auf sich warten lassen. Er war wie ausgewechselt, eben immer mit der Begründung „Trennung“.
Irgendwann hat es sich angefühlt wie Spielchen spielen. Er hat nicht mehr gefragt, wie mir es eigentlich geht, mit der Begründung, er ist grad in einem Tunnel. Hatte ihn mehrmals darauf angesprochen.
Aber ich hab es mitgemacht. Ich hab Schlafstörungen entwickelt, Panikattacken und bin wieder in eine Essstörung reingerutscht. Alle Warnzeichen waren da, aber es war wie eine Drogensucht.
Wir haben uns sogar dann getroffen. Davor auch wieder mit viel hin und her. Er hat sich, wenn er mal wieder im Ton oder seinem Verhalten daneben lag, immer brav entschuldigt. Das war allerdings vor dem Treffen.
Man muss dazusagen, ich bin selbst in einer Beziehung mit Kindern, die zu dem Zeitpunkt eben auf sehr wackeligen Beinen stand. Ich weiß, keine Glanzleistung.
Es ist dann passiert, er wollte danach sofort ein Statement von mir, ob ich jetzt ein schlechtes Gewissen habe ggü meinem Mann. Er hat nicht die erhoffte Antwort bekommen und hat dann in einer Sprachnachricht den, für mich, emotionalen Rundumschlag gemacht.
„Er braucht ja kein schlechtes Gewissen haben, bei ihm hat es jetzt eh nicht sooo Klick gemacht, vielleicht hab ich ja sowas schon mal davor gemacht, kann ihm auch egal sein, er will nur nicht, dass es heißt, er hätte die Beziehung kaputt gemacht“.
Er war daraufhin telefonisch nicht mehr zu erreichen, es kam nur die Whatsapp: Was ich jetzt hier für ne Welle mache, er ist in einer Bar.
In der Nacht kam dann eine Nachricht und er hat sich entschuldigt. Am nächsten Tag hat er es dann doch wieder relativiert. Das seine Nachricht doch gar nicht so schlimm war, ich das total falsch verstanden habe und er über MEINE Reaktion erschüttert ist.
Tja, daraufhin hab ich ihm gesagt, ich will keinen Kontakt mehr, ich muss meine Gedanken sortieren. Er meinte, er versteht das, er würde das genauso machen, er freut sich, wenn ich danach wieder auftauche. Ich hab ihm erklärt, dass ER mir weh tut. Daraufhin kam keine Reaktion mehr.
Gute 2 Wochen war Ruhe, dann kam die erste Sprachnachricht. Mit einem Vorwand, weil wir einen gemeinsamen Kunden haben und weil es IHM schlecht mit der Situation geht und er es blöd findet, keinen Kontakt zu haben.
Zwischen durch hat er es immer ganz subtil versucht, meine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Ich meinte, du es ist alles geklärt.
Dann nach 10 Tagen, spät abends, wieder eine Nachricht: Ob es mir gut geht? Und was es neues gibt?
Dann ging das Geschreibe los. Wieder um das Thema, wie das zum Schluss ablief. Ob ich denn nicht gemerkt habe, dass er mich mag, und er das Treffen schön fand. Und er wollte mich nicht verletzen, er wollte nur ehrlich sein usw usw. Und ich hab das total missverstanden.
Dann wollte ich mit ihm telefonieren und nicht das alles über sms klären. Da hat er mich dann ganz übel versetzt.
Im Endeffekt hab ich mein Gespräch bekommen. Ich war schockiert, wie er sein kann. Zu Beginn sehr agressiv und maximal genervt. Mit viel Schweigen dazwischen.
Wir sind uns nicht einig geworden. Er bleibt auf dem Standpunkt, er wollte nur den Druck rausnehmen, er hat das nicht so gemeint, ich hab das falsch verstanden usw. UND ob ich denn wirklich gedacht habe, er sagt mir nach dem Treffen, er sei in mich verliebt und will ne Beziehung??? Da war es wieder, das Verletzen.
ABER ich bin nicht mehr eingenickt. Hab genau das gesagt, was ich denke. Wir haben ja schwarz auf weiß, was er wirklich gesagt hat bzw. geschrieben. Und mit dem Satz wollte er quasi wieder seine Dominanz zeigen und sich schützen.
Ich dachte mir dann, OK. War hart, aber auch sehr heilsam. Und jetzt ist es erledigt.
Keine 4 Tage hat es gedauert. Ich bekomm spät abends wieder eine Nachricht. Ein Bild von ihm am Strand mit einem Freund und beste Grüße. Nix weiter und wie wenn nix gewesen wäre.
So. Das war ein langer Text, obwohl es die Kurzfassung ist 🙂 Aber vielleicht hilft das jemand anderen auch und mir hilft es auch nochmals, das niederzuschreiben.
Ach ja, ich bin mittlerweile in Therapie. Er, der es eher brauchen würde, nicht. Er ertränkt das in Alkohol.
Ich erwische mich immer noch dabei, ob ICH das wirklich so verquer sehe. Und es tut immer noch weh und ich denke noch viel darüber nach. Aber ich bin schon deutlich weiter, als vor einem Monat oder zwei.
Ich weiß auch mittlerweile, warum mich das alles so triggert, aber es wird noch ein längerer Weg für mich.
Und ja, ihn zu blockieren, würde es deutlich beschleunigen, aber das bekomm ich noch! nicht hin.
Und ja, es war noch nicht mal eine Beziehung. Und ja, ich kenn ja nur immer seine Seite der Erzählungen über seine Ex und Co. Das darf man auch nicht vergessen.
Und trotzdem, ist es wie du sagst, man wartet noch auf eine ehrliche Entschuldigung und wünscht sich, er leidet auch so und kapiert, was er an einem hatte.
Obwohl man es ja besser weiß.
Liebe Grüße und nochmals DANKE.
Ich danke dir von Herzen für deine Offenheit.
Du gehst in deinem Tempo und blockierst ihn dann, wenn es für dich passt.
Natürlich würde es deinen Prozess beschleunigen, dennoch tut es ja auch weh.
Hier spielt das Thema Selbstwert eine Rolle und je mehr du diesen in dir findest, umso mehr bist du es dir wert,
nicht mehr in der vergangenen Energie zu schwelgen. Doch alles in deinem Tempo.
Er wird sich sicherlich nicht entschuldigen, denn das wäre ein Bekenntnis, dass er tatsächlich verletzend gehandelt hat.
Das machen sie in der Regel nicht.
ich habe zum Thema Selbstwert eine Podcastfolge. Vielleicht hilft sie dir weiter.
Du schaffst das.
Ich drücke dich im Herzen, deine Martina