Was ist der Selbstwert?

Diese Frage habe ich mir auch lange Zeit gestellt, was einen guten Selbstwert überhaupt ausmacht. Ich hatte keinen blassen Schimmer davon, ob ich über einen stabilen und gesunden Selbstwert verfüge. Wie sich deutlich später herausstellte, besaß ich keinen Selbstwert. Das Resultat daraus schien unausweichlich, denn ich geriet von einer toxischen Beziehung in die nächste.

Wenn es dir auch so geht und du von einer toxischen Beziehung in die nächste wanderst, macht es durchaus Sinn sich intensiv mit deinem Selbstwert auseinander zu setzen.

Dein Selbstwert ist die grundlegende Einstellung über dich selbst und deinem Leben. Wie erfüllt möchte ich leben? Wie gut soll es mir gehen? Wo sind meine Grenzen, sprich, was akzeptiere ich und was nicht? Wieviel bin ich mir tatsächlich wert?

Bin ich es mir wert, qualitativ gute Zeit mit mir zu verbringen? Bin ich es mir wert, selbstbestimmt über meine Zeit und mein Leben zu bestimmen oder lasse ich andere Menschen über mich bestimmen?

Ich stelle mir den Selbstwert wie ein wunderschönes Licht in uns vor. Je größer und ausgeprägter unser Selbstwert ist, umso mehr und heller strahlen wir aus unserem Inneren. Ich liebe dieses Bild so sehr. Verfügen wir eher über einen geringeren Selbstwert, so können wir aus unserem Inneren nicht hell erstrahlen. Es ist so als würde unser Licht gedimmt werden und somit können wir unseren Lebensweg oftmals nicht vollständig blicken, da ein Teil in uns noch im Verborgenen liegt.

Vielleicht fragst du dich, was deine toxischen Beziehungen mit deinem Selbstwert zu tun haben? Darauf möchte ich in diesem Beitrag näher eingehen.

Was hat mein Selbstwert mit toxischen Beziehungen zu tun?

Der entscheidende Grundstein für einen stabilen oder instabilen Selbstwert wird vor allem in der Kindheit gelegt. Werden wir um unserer selbst willen geliebt, so wird eine Überzeugung in uns heranwachsen: Ich bin liebenswert und gut so, wie ich bin.

Erhalten wir von unseren wichtigsten Bezugspersonen das Gefühl, erst für besonders gute Leistungen oder ein bestimmtes Verhalten geliebt zu werden, hat dieses massive Auswirkungen auf den eigenen Selbstwert. Wir spüren tief im Inneren, dass wir erst etwas leisten müssen, um geliebt zu werden. Es bleibt ein Gefühl der Wertlosigkeit zurück, die sich wie ein roter Faden auf alle Lebensbereiche auswirken kann.

Als erwachsene Person leben wir dann unbewusst dieses Muster weiter und definieren unseren Selbstwert über unsere Leistung im Job, als Mutter, Ehefrau, Geliebte, Schwester, Freundin oder auch Leistungssportlerin.

Frauen, die sich über ihren Wert nicht bewusst sind, sind häufig anfälliger für toxische Beziehungen als Frauen mit einem gesunden Selbstwert.

Das liegt vor allem daran, dass Frauen mit einem geringen Selbstwert nicht gelernt haben für sich einzustehen und Grenzen zu ziehen. Sie erdulden somit sehr viel Leid und sitzen jede noch so erniedrigende Situation aus. Dahinter verbirgt sich in aller Regel die Angst verlassen zu werden.

Frauen mit einem gesunden Selbstwert machen das in der Regel nicht. Sie geben sich nicht mit dem bisschen, was eine toxische Beziehung zu bieten hat zufrieden. Ihr Leben und die damit einhergehende Freude, steht über das, was eine on/off Beziehung zu bieten hat. Häufig wird diese Beziehung dann sehr schnell verlassen.

Ich möchte einfach nur geliebt werden

Frauen mit einem geringen Selbstwert wollen im Grunde genommen nur geliebt werden. Das wollen wir alle. Gesucht wird jedoch am falschen Ende. Irgendwo im Außen muss sie doch zu finden sein. So zumindest denken die meisten Menschen, eher unbewusst, wenn sie verzweifelt versuchen ihr inneres Loch zu stopfen. Sie können sich die Liebe und Bestätigung nicht selbst geben oder zumindest in einem ausreichenden Maß. Dann geht sie Sucherei los und nicht selten geraten sie dann an einem Narzissten. Sie spüren unsere tiefe Sehnsucht nach Liebe. Anders geht es einem Narzissten auch nicht. Auch er sehnt sich zutiefst nach der unerfüllten Mutter oder Vaterliebe. So treffen zwei Suchende aufeinander. Jedoch leben beide ihren geringen Selbstwert auf unterschiedliche Weise aus.

Du investierst unfassbar viel Zeit und Kraft in deine toxische Beziehung, um die vermeintliche Liebe im Außen nicht zu verlieren. Das Fatale daran ist, dass durch die ständige Herabsetzung, Gaslighting, permanenten Machtkämpfe um Recht und Unrecht und die unzähligen Streitigkeiten zu weiteren Verunsicherungen führen und am Selbstwert nagen.

Niemand im Außen kann unseren geringen Selbstwert heilen

Ich beobachte bei Frauen, die über einen geringen Selbstwert verfügen, dass sie permanent zur Verfügung stehen. Jemand benötigt Hilfe, schon steht diese Frau auf und löst die Probleme anderer Menschen. Dabei ist es ihr auch völlig egal, ob sie selbst vielleicht auch nicht mehr über die nötigen Ressourcen und Energie verfügt. Egal zu welcher Tages-und Nachtzeit sich jemand meldet, wird eine Frau mit einem geringen Selbstwert zur Verfügung stehen.

Ich kann ein Lied davon singen. Einen gesunden Selbstwert zu entwickeln ist schon eine Hausnummer, denn das beinhaltet, sich selbst an erster Stelle zu setzen und klare Grenzen zu definieren und zu kommunizieren. Das hört sich im ersten Moment alles sehr einfach an, doch es beinhaltet mehr, als wir uns manches Mal vorstellen können.

Ich möchte dir nun einzelne Schritte mitgeben, wie du mehr und mehr einen gesunden Selbstwert aufbauen kannst.

Was kann ich für einen gesunden Selbstwert tun?

Um einen gesunden Selbstwert aufzubauen, benötigt es mehrere Komponenten. Es geht nicht nur darum toxische Beziehungen loszulassen sondern deine Art, wie du über dich selbst denkst zu ändern.

1. Bewusstsein schaffen der eigenen Gedanken

Im Laufe eines Tages denken wir mindestens 50-60.000 Gedanken. Diese fallen nicht immer gut aus. In der Regel wiederholen sich negative Gedanken immer und immer wieder. Wenn du über dich denkst, dass du nicht wertvoll bist, dass du nicht gut genug bist und es sowieso nicht verdient hast geliebt zu werden, beeinflusst dieses Denken deinen Selbstwert enorm. Es ist also von wichtiger Bedeutung, dir über deine Gedanken bewusst zu werden. Übe dich in Achtsamkeit und frage dich immer wieder im Laufe eines Tages, wie du über dich sprichst und wie du dich in einzelnen Situationen bewertest. Spüre einmal nach, wie es sich anfühlt, negative Worte über dich selbst bewusst wahrzunehmen.

Und wie fühlt es sich an, wenn du bekräftigende und wertschätzende Worte dir selbst gegenüber nutzt? Der Unterschied ist klar zu spüren, oder?

2. Klare Grenzen ziehen

Um einen gesunden Selbstwert aufzubauen und auch zu erhalten, ist es wichtig ein klares Nein aussprechen zu können. Ein Nein zu Situationen und Menschen, ist gleichzeitig ein klares Ja zu dir. Nimm dich und deine Bedürfnisse selbst wichtig, dann werden es auch andere tun. Solange du deine Grenzen nicht definierst und diese klar und deutlich kommunizierst, so lange werden andere Menschen dir schmerzlich aufzeigen, dass du an deinen Selbstwert arbeiten darfst. Sie werden immer wieder deine Grenzen überschreiten und dich respektlos behandeln. Das ist quasi dein Reminder, dass dein Selbstwert gestärkt werden darf und zwar aus dir selbst heraus. Dafür ist ein aktives zutun wichtig.

3. Achte auf deine Bedürfnisse

Finde Freude, indem du tust, was du liebst. Frage dich immer wieder, worauf du Lust hast und was du jetzt gerade in diesem Moment brauchst. Frauen mit einem zu geringen Selbstwert nehmen die Bedürfnisse anderer Menschen wichtiger als die eigenen. Damit darf wirklich Schluss sein. Selbstverständlich ist es wichtig wohlwollend und liebevoll auf andere Menschen zuzugehen, dennoch unter der Prämisse, dich selbst nicht zu vernachlässigen.

4. Werde dir selbst die beste Freundin

Ein gesunder Selbstwert entsteht auch daraus, dass du Selbstachtung praktizierst. Das bedeutet, dich vor anderen Menschen nicht klein zu machen und sie auf ein Podest stellst. Erinnere dich daran, dir selbst deine beste Freundin zu werden. Und wie sprechen beste Freundinnen miteinander? Wohlwollend, respektvoll und wertschätzend. Genau so darfst du anfangen mit dir zu sprechen.

Zusammengefasst

Jeder Mensch hat unterschiedliche Kriterien für die Bemessung seines Selbstwerts. Ganz wesentliche Faktoren sind Fähigkeiten, Talente, Status, Kompetenzen, Intelligenz und natürlich auch Charaktereigenschaften.

Hinzu kommen die im Laufe des Lebens gemachten Erfahrungen, die Erziehung, die wir genossen haben und selbstverständlich auch die eigenen Werte. Das eigene Selbstwertgefühl ist somit subjektiv. Jeder Mensch hat für sich andere Maßstäbe und Kriterien für die Bewertung seines Selbstwertes.

Ein gesunder Selbstwert ist sehr wichtig für ein zufriedenes und glückliches Leben. Es sorgt dafür, dass wir mutiger sind, uns mehr zutrauen und dadurch selbst schwierige Herausforderungen und Krisen deutlich besser meistern können. Zusätzlich ermöglicht uns ein starker Selbstwert ein authentisches und selbstsicheres Auftreten.

Sich täglich darüber bewusst zu sein, welche einzigartigen Talente und Fähigkeiten wir besitzen, durch die Selbstreflektion, verhilft ebenfalls zu einem starken Selbstwert. Schaffe dir Bewusstsein über deine Schwächen und ebenso über deine Stärken. Stärke dann deine Stärken, anstatt deine Schwächen immer wieder auszugleichen. Akzeptiere deine Schwächen und versuche dennoch tagtäglich das Beste aus dir herauszuholen. Du schaffst das!

Teile sehr gerne deine Gedanken in den Kommentaren, wo du momentan stehst, wie du deine Beziehung erlebst und wo du evtl. Hilfe benötigst. Ich bin gespannt und freue mich auf dich.

Dein Leben ist wertvoll und verdient es, in Freude gelebt zu werden

Hilfe, um toxische Beziehungen zu verarbeiten und dir zu einem starken ICH zu verhelfen, erhältst du bei mir.

Ich freue mich auf dich.
Von Herz zu Herz, deine Martina