Podcast - Narzissmus und toxische Beziehungen. Neue Folge online.

Podcast#154 – Narzisst, Borderliner oder Psychopath?

4. August 2023

Das Verlassen einer toxischen Beziehung ist ein großer Schritt und kann gleichzeitig eine Vielzahl von Emotionen und Fragen auslösen. Warum hat die Beziehung nicht funktioniert? Bin ich schuld? Die Suche nach Gründen, warum die Beziehung toxisch wurde, kann dazu dienen, das Geschehene besser zu verstehen und zu verarbeiten. Ist er ein Narzisst? Borderliner, oder doch ein Psychopath? Vielleicht bin ich am Ende die Narzisstin? Fragen über Fragen!

Die Zeit nach der Trennung von einem Narzissten, Borderliner oder Psychopathen, kann eine herausfordernde Phase sein. Es können verschiedene Emotionen auftreten, darunter Traurigkeit, Wut, Verwirrung, Schuld und auch Zweifel sind keine Seltenheit. Es ist normal, eine Vielzahl von Gefühlen zu durchleben, da die Beziehung oft komplex und sehr intensiv war.

Meine letzte hochtoxische Beziehung ist nun bald sechs Jahre her und ich kann mich noch sehr gut an dem Moment erinnern, als diese Beziehung zerbrach. Ich habe mich damals gefragt, welchen Stempel dieser Partner trägt. Es war ja gefühlt ein ständiges Drama, ein on/off, was mich völlig unsicher und wirr gemacht hat. Ich weiß noch sehr genau, wie ich mir all die Narzissten Videos von morgens bis abends angehört und angeschaut habe. Es war relativ schnell klar, mit welcher Persönlichkeit ich es zu tun hatte. Nach all dem, was ich in dieser Beziehung erfahren und erlebt habe, konnte ich schon sagen, dass ich es mit einer stark narzisstischen Persönlichkeit zu tun hatte. Alles begann mit der sogenannten Love Bombing Phase, die dann in die Abwertungsphase überging und mit verschiedenen Manipulationstechniken des Narzissten, durch Gaslighting, Schuldumkehr, Betrug und massivster Abwertung, das Ende bedeutete. Unsere Beziehung hielt gerade mal fünf Monate.

Auch ich suchte nach Antworten, was mir innerhalb dieser Beziehung passiert ist. Ich war völlig am Ende und wollte einfach verstehen, wie ein Mensch so eiskalt mit anderen Menschen, insbesondere mir, umgehen konnte.

Es war mir schlichtweg unbegreiflich, dass mein damaliger Ex-Partner nicht in der Lage war, die Situation zu reflektieren. Es war für mich fast eine Erleichterung, als ich dann noch mal intensiver auf das Thema Narzissmus gestoßen bin. Endlich hatte das Kind einen Namen und ich war so in der Lage die Komplexität dieser und anderer toxischen Beziehungen zu verstehen.

Podcast#154 - Narzisst, Borderliner oder Psychopath?

Worin unterscheiden sich die Persönlichkeitsstörungen?

Narzissmus ist eine Persönlichkeitsstörung, die durch ein übersteigertes Selbstwertgefühl, ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung, sowie eine mangelnde Empathie für andere aufzeigt. Der Begriff Narzissmus leitet sich vom antiken griechischen Mythos des Narziss ab, der sich in sein Spiegelbild verliebte und sich selbst verehrte.

Narzissten haben eine übertriebene und unrealistische Sicht auf ihre eigenen Fähigkeiten, Talente und Erfolge. Sie sehen sich als so außergewöhnlich und überlegen an, im Vergleich zu anderen. Sie haben ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung, Aufmerksamkeit und Lob von anderen Menschen und Suche nach Bestätigung ihrer vermeintlichen Überlegenheit. Ein häufiges Merkmal von Narzissten ist der Mangel an Empathie. Sie haben Schwierigkeiten, sich in die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen einzufühlen und sind oft nicht in der Lage, sich angemessen in andere hineinzuversetzen.

Narzissten neigen dazu, andere Menschen auszunutzen, um ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Sie manipulieren in ihrem Umfeld, um ihre Ziele zu erreichen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für andere. Narzissten reagieren extrem empfindlich auf Kritik und neigen dazu, sich von anderen bedroht zu fühlen, wenn diese erfolgreicher sind. Sie spielen dann den Erfolg herunter oder diskreditieren diesen. Verdeckte Narzissten unterscheiden sich von offensichtlichen Narzissten noch einmal mehr.

Eine Borderline- Persönlichkeitsstörung ist eine komplexe psychische Störung, die sich in einer Vielzahl von Symptomen und Verhaltensweisen äußern kann. Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung haben oft Schwierigkeiten, ihre Emotionen, Beziehungen und ihr Selbstbild zu regulieren. Die Erkrankung wird als Borderline bezeichnet, da sie ursprünglich als Zustand angesehen wurde, der zwischen Neurose und Psychose liegt. Menschen mit einer Borderline- Persönlichkeitsstörung können extreme und unkontrollierbare Stimmungsschwankungen erleben. Sie können sich von intensiver Freude zu tiefer Traurigkeit, Angst oder Wut in kurzer Zeit bewegen. Sie haben oftmals Schwierigkeiten stabile und langfristige Beziehungen aufrechtzuerhalten. Auch sie können zwischen Idealisierung und Entwertung von anderen Menschen hin- und herwechseln, was zu intensiven Bindungsproblemen führt. Zusätzlich können sie ein instabiles Selbstbild haben und auch Schwierigkeiten darin haben, ihre eigenen Ziele, Interessen und Werte zu definieren.

Einige Menschen mit einer Borderline- Störung neigen dazu, sich selbst zu verletzen, um mit emotionalem Schmerz oder innerer Leere umzugehen. Dieses Verhalten kann sich in Form von Schnittverletzungen, Verbrennungen oder anderen selbstschädigendem Verhalten zeigen. Sie handeln impulsiv, ohne die möglichen Konsequenzen zu berücksichtigen. Dies kann sich in riskantem Verhalten, übermäßigen Drogen- oder Alkoholkonsum, unkontrollierten Ausgaben oder unüberlegten Entscheidungen äußern.
Menschen mit dieser Störung können eine intensive Angst vor dem Verlassenwerden entwickeln, die es enorm anstrengend macht, Beziehungen aufrechtzuerhalten, auch wenn sie ungesund sind.

Psychopathie ist eine Persönlichkeitsstörung, die durch ein Muster von antisozialem Verhalten, manipulativen Verhalten, einem Mangel an Empathie und einem geringen Gewissen gekennzeichnet ist. Psychopathie wird oft als schwere Form der antisozialen Persönlichkeitsstörung betrachtet, aber sie kann auch in Verbindung mit anderen Persönlichkeitsmerkmalen auftreten.

Psychopathen haben Schwierigkeiten darin, sich in die Gefühle und Perspektiven anderer Menschen einfühlen. Sie wirken emotional distanziert und empfinden keinerlei Reue oder Schuld, wenn sie anderen Schaden zufügen. Es lässt sich völlig kalt. Auch Psychopathen können äußerst charmant sein und handeln dennoch manipulativ. Sie wissen ganz genau, wie sie andere Menschen beeinflussen können, um ihre Ziele zu erreichen. Psychopathen handeln oft impulsiv, ohne die Konsequenzen ihrer Handlungen zu berücksichtigen. Dieses zeigt sich durch risikoreiches Verhalten und sie kümmern sich nicht um die Sicherheit anderer oder die für sich selbst.

Sie neigen dazu, die Verantwortung für ihr Fehlverhalten konsequent abzulehnen und andere für ihre eigenen Fehler und Probleme verantwortlich zu machen. Sie zeigen eine emotionale Kälte und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden anderer. Sie handeln ohne Mitgefühl, auch wenn ihre Handlungen andere verletzen oder schädigen. Es ist Ihnen schlichtweg egal.

Warum ist dem Opfer der Stempel so wichtig?

Warum ist dem Opfer der Stempel so wichtig?

Für das Opfer kann es extrem wichtig sein, zu wissen, ob der Täter ein Narzisst oder eine andere Persönlichkeitsstörung hat. Natürlich ist das per Ferndiagnose kaum zu beurteilen. Dennoch weisen mehrere manipulative Verhaltensweisen darauf hin, mit wem man tatsächlich zusammen war. Am Ende muss das wirklich vor Ort und mit mehreren Tests abgeklärt werden.

Die Erkenntnis, ob man es mit einem Narzissten oder dergleichen zu tun hatte, können einem dabei helfen, das Verhalten des Täters besser zu verstehen. Es ermöglicht dem Opfer, bestimmte Muster und Charakterzüge, die mit der Störung einhergehen, zu erkennen und zu erklären, warum der Täter sich so verhält, wie er es tut. Wenn das Opfer erkennt, dass der Täter eine Persönlichkeitsstörung hat, kann es sich oft in seinen Erfahrungen und Emotionen bestätigt fühlen. Es weiß dann, dass es nicht allein oder selbst schuld an der Situation ist, sondern dass das Verhalten des Täters durch eine psychische Störung beeinflusst wird und somit Auswirkungen auf die Beziehung hat.

Das Verständnis der Persönlichkeitsstörung des Täters, kann dem Opfer dabei helfen, Klügere Entscheidungen bezüglich seiner Beziehung oder Interaktionen mit dem Täter zu treffen. Es kann dem Opfer in der Entscheidungsfindung dabei helfen, dass es möglicherweise besser ist, sich von dieser toxischen Beziehung zu lösen und den Kontakt danach vollends einzustellen. Es kann auch unter Umständen wichtig sein, welchen Stempel der Täter trägt, um von seinen eigenen Schuldgefühlen abzulenken. Das Opfer fühlt sich oftmals als Versagerin und als Alleinschuldige, dass die Beziehung gescheitert ist. Es wurde ihr immerhin während der Beziehung non stop eingeredet.

In der heutigen Podcastfolge bespreche ich mit dir unter anderem:

  • Warum ist der Stempel des Täters für das Opfer so wichtig?
  • Worin unterscheiden sich bestimmte Persönlichkeitsstörungen?
  • Wie verarbeite ich meine eigenen Schuldgefühle?

Schuldgefühle loslassen

Die Auseinandersetzung mit eigenen Schuldgefühlen kann eine wichtige und heilsame Aufgabe sein, um die psychische Gesundheit zu fördern und emotionale Belastungen zu bewältigen. Der erste wichtige Schritt ist: Erkenne und akzeptiere, dass jeder Fehler macht, auch du. Du handelst immer nach deinem derzeitigen Bewusstseinszustand und es ist das Bestmögliche, was du in dem Moment für dich machen kannst. Mehr ist dann einfach nicht drin, denn wäre das möglich gewesen, hättest du es getan. Nur mit dem Bewusstsein von heute, durch die Erfahrung, die du gemacht hast, kannst du heute auf das Geschehene blicken und sagen: „Da hätte ich mal besser so gehandelt.“

Jeder macht Fehler und erlebt unangenehme Situationen, die Reue hervorrufen können. Schuldgefühle sind ein natürlicher Teil des menschlichen Erfahrungsspektrums. Nimm dir Zeit, um die Gründe für deine Schuldgefühle zu erforschen. Identifiziere, was sie ausgelöst hat und erkenne, ob deine Schuldgefühle angemessen sind oder ob eine Projektion aus der Kindheit oder aus anderen vergangenen Situationen mit hineinwirken.

Wenn du erkannt hast, dass deine Schuldgefühle angemessen sind, übernimm Verantwortung für deine Handlungen oder Entscheidungen. Akzeptiere deine Verantwortung und sei bereit, aus deinen Fehlern zu lernen und dich weiterzuentwickeln. Erlaube dir selbst Fehler machen zu dürfen und sei nicht zu hart mit dir selbst. Praktiziere Selbstvergebung und erinnere dich daran, dass jeder Mensch unvollkommen ist. Strebe nicht nach Perfektion, denn dieses mach dich fix und fertig.

Fühle das Gefühl der Schuld und lass es somit los. Noch mal, du hast dein Bestes gegeben. Überlege dir stattdessen, wie du aus deinen Fehlern lernen und in Zukunft besser handeln kannst. Halte nicht ewig an deinen Schuldgefühlen fest. Damit ist niemandem geholfen. Wenn du konstruktiv mit deinen Schuldgefühlen umgegangen bist und sie reflektiert hast, lass sie los und erlaube dir vorwärtszugehen.

Warum ist dir der Stempel so wichtig? Am Ende kommt es doch nur zu demselben Ergebnis. Es geht oder es ging dir nicht gut in Kontakt mit diesem Mann. Deine Bedürfnisse wurden nicht gestillt und glücklich warst du schon lange nicht mehr. Der Stempel Narzisst oder dergleichen, verändert rein gar nichts an den schmerzhaften Emotionen, die du in dir trägst. Diese bekommt kein Stempel der Welt weg, sondern nur du kannst dich von deinen schmerzhaften Emotionen erlösen.

Hier kannst du dir diese Podcastfolge anhören:

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Hilfe, um toxische Beziehungen zu verarbeiten und dir zu einem starken ICH zu verhelfen, erhältst du bei mir.
Ich freue mich auf dich.
Von Herz zu Herz, deine Martina

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