Podcast - Narzissmus und toxische Beziehungen. Neue Folge online.

Podcast#162 – Woran erkenne ich eine posttraumatische Belastungsstörung nach toxischen Beziehungen?

29. September 2023

Eine posttraumatische Belastungsstörung ist oftmals die Folge in und nach toxischen Beziehungen.  Die Bewältigung toxischer Beziehungen kann eine tiefgreifende emotionale und psychische Belastung darstellen. Die posttraumatische Belastungsstörung ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Sie kann auftreten, wenn jemand traumatische Erfahrungen gemacht hat und Schwierigkeiten hat, diese zu verarbeiten. Die Auswirkungen von toxischen Beziehungen können verheerend sein, da sie oft von emotionalem Missbrauch, Manipulation und anderen schädlichen Verhaltensweisen geprägt sind.

Ich möchte in dieser Podcastfolge über die möglichen Auswirkungen von toxischen Beziehungen sprechen. Ebenfalls, wie sich diese Beziehungen auf die psychische Gesundheit auswirken, insbesondere im Zusammenhang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ich werde über die Symptome sprechen, die Diagnose und die verschiedenen Ansätze zur Bewältigung und Heilung von einer PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) nach toxischen Beziehungen. Mir ist es wichtig zu betonen, dass eine PTBS nach toxischen Beziehungen real und ernsthaft sein kann und dieses dringend ärztlich abgeklärt werden muss, um gegebenenfalls professionelle Unterstützung miteinzubeziehen.

Wie entsteht eine posttraumatische Belastungsstörung?

Eine posttraumatische Belastungsstörung kann nach toxischen Beziehungen entstehen, da diese Beziehungen oft von wiederholtem emotionalem und psychischem oder physischem Missbrauch sowie von extrem stressigen und bedrohlichen Umständen geprägt sind. In toxischen Beziehungen gibt es oft traumatische Erfahrungen, wie schon eingangs erwähnt, durch Missbrauch, Manipulation, Demütigung, ständige Bedrohung oder Androhung von Trennung. Diese Erfahrungen können extreme Angst, Stress und Verzweiflung verursachen.

Menschen, die in toxischen Beziehungen waren oder sind, erleben häufig ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlustes. Dies kann dazu führen, dass sie sich machtlos fühlen und Angst vor ihrer Umgebung haben. Personen, die in der Kindheit traumatische Erfahrungen gemacht haben, erleben durch toxische Beziehungen oft wiederkehrende Flashbacks, Albträume oder belastende Gedanken über das Trauma. In toxischen Beziehungen kann das Wiedererleben dieser schmerzhaften Erinnerungen zu Symptomen von einer posttraumatischen Belastungsstörung führen.

Woran erkenne ich eine posttraumatische Belastungsstörung?

Woran erkenne ich eine posttraumatische Belastungsstörung?

Die posttraumatische Belastungsstörung ist eine ernsthafte psychische Gesundheitsstörung, die auftreten kann, nachdem jemand eine oder mehrere traumatische Erfahrungen gemacht hat. Die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung können sich in vier Hauptkategorien unterteilen:

1. Wiedererleben des Traumas:

  • Flashbacks: Das sind intensive, belastende Gedanken oder Bilder des Traumas, die plötzlich auftauchen und die betroffene Person fühlt sich, als ob sie das Trauma erneut durchlebt.
  • Albträume: wiederkehrende beängstigende Träume, die das Trauma widerspiegeln.

Belastende Gedanken: übermäßige Gedanken oder Erinnerungen an das Trauma, die schwer zu kontrollieren sind.

2. Vermeidung und Taubheit:

  • Vermeidung von Orten, Menschen oder Aktivitäten, die an das Trauma erinnern könnten.
  • Emotionale Taubheit: Schwierigkeiten, positive oder negative Emotionen zu empfinden.
  • Entfremdung: Das Gefühl, von anderen entfremdet oder distanziert zu sein. Es fehlt die Verbundenheit zu anderen Menschen.
  • Verlust des Interesses an früheren Aktivitäten.

3. Negative Veränderungen in Gedanken und Stimmung:

4. Überregung und Reaktivität:

  • Übermäßige Schreckreaktionen: Man reagiert mit übermäßigem Schreck auf laute Geräusche oder unerwartete Ereignisse.
  • Schlafstörungen: Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen, Albträume.
  • Gereiztheit oder Wutausbrüche.
  • Konzentrationsschwierigkeiten und Schwierigkeiten darin, normale Alltagssituationen zu bewältigen.
  • Übermäßige Schreckreaktionen auf Umweltreize.

Wie lange hält eine posttraumatische Belastungsstörung an?

Die Dauer einer posttraumatischen Belastungsstörung kann von Person zu Person erheblich variieren. Es gibt keine festgelegte Zeitspanne, in der eine PTBS zwangsläufig aufgelöst ist. Die Länge der posttraumatischen Belastungsstörung kann von mehreren Faktoren beeinflusst werden.

Die Schwere und Art des erlebten Traumas können die Dauer der posttraumatischen Belastungsstörung beeinflussen. Ein einzelnes traumatisches Ereignis kann sich schneller auflösen als wiederholte und andauernde traumatische Erfahrungen, wie zum Beispiel durch Liebesentzug und Silent Treatment. Jeder Mensch hat unterschiedliche Fähigkeiten zur Bewältigung von Traumata. Die individuelle Resilienz, psychische Stabilität und die Verfügbarkeit von Bewältigungsstrategien spielen eine Rolle.

Was passiert im Körper, wenn eine posttraumatische Belastungsstörung ausgelöst wird?

Die posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Gesundheitsstörung, die durch die Exposition gegenüber traumatischen Ereignissen ausgelöst wird. Wenn jemand eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt, können verschiedene physiologische und neurologische Veränderungen im Körper und Gehirn auftreten. Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung ist das Stressreaktionsystem des Körpers insbesondere der Sympathikus, häufig überaktiviert. Das bedeutet, dass der Körper in ständiger Alarmbereitschaft ist und aufgrund von geringfügigen Reizen oder Erinnerungen überreagiert. Studien haben Veränderungen im Gehirn von Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörung gezeigt. Einige Bereiche des Gehirns, die für die Verarbeitung von Stress und Angst verantwortlich sind, können vergrößert sein, während andere Bereiche, die für die Emotionsregulation und die Kontrolle von Angstzuständen wichtig sind, beeinträchtigt sein können.

Hormonelle Veränderungen, Taubheit, körperliche Gesundheitsprobleme

Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung kann es zu Veränderungen im Hormonhaushalt kommen, einschließlich einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin. Dies kann den Körper in einem Zustand chronischer Belastung halten. Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung versuchen oft, schmerzhafte Erinnerungen und Emotionen zu vermeiden, was zu einer gewissen Taubheit oder Entfremdung von ihren eigenen Gefühlen führen kann. Langfristiger Stress und die Überregung des Körpers bei einer posttraumatischen Belastungsstörung können zu körperlichen Gesundheitsproblemen führen, darunter Schlafstörungen, Herzerkrankungen und Magen-Darm-Probleme.

Die Auswirkungen einer posttraumatischen Belastungsstörung auf den Körper und das Gehirn sind vielschichtig und können das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Die Behandlung von einer posttraumatischen Belastungsstörung zielt darauf ab, diese physiologischen und neurologischen Veränderungen zu adressieren und den Betroffenen dabei zu helfen, ihre Symptome zu bewältigen und sich zu erholen. Behandlungsoptionen können Psychotherapie, Medikamente und Selbstfürsorge-Strategien umfassen.

Kindheitstraumata im Zusammenhang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung

Kindheitstraumata im Zusammenhang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung

Kindheitstraumata können stark mit der Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung im Erwachsenenalter in Verbindung stehen. Die Traumata aus der Kindheit umfassen wiederholte oder schwerwiegende traumatische Erfahrungen, die während der Kindheit oder Jugendzeit auftreten. Diese Erfahrungen können in Form von körperlichem, sexuellem oder emotionalem Missbrauch, Vernachlässigung, Zeuge von Gewalt oder anderen belastenden Ereignissen auftreten.

Kinder, die solche traumatischen Ereignisse erlebt haben, sind anfälliger für eine posttraumatische Belastungsstörung, da sie möglicherweise Schwierigkeiten haben, diese Erfahrungen zu verarbeiten und damit umzugehen. Kindheitstraumata können sich auf das entwickelnde Gehirn eines Kindes erheblich auswirken und beeinflussen. Dies führt dazu, dass Veränderungen in bestimmten Bereichen des Gehirns verursacht werden, die mit der Verarbeitung von Stress und Emotionen zusammenhängen. Auch das Selbstbild und das Selbstwertgefühl werden negativ beeinflusst durch Kindheitstraumata, da diese zu negativen Gedanken und Stimmungen führen, die Teil der posttraumatischen Belastungsstörung-Symptomatik sind.

Was tun, um eine posttraumatische Belastungsstörung zu heilen?

Bei mir selbst ist immer wieder eine posttraumatische Belastungsstörung innerhalb der toxischen Beziehungen ausgelöst worden. Zum einen natürlich durch den Missbrauch und zum anderen durch Umstände, die mein Geburtstrauma erneut entfacht haben. Jedes Mal, wenn Narzissten bei mir denn Discard durchgeführt haben, bin ich sofort in mein Kindheitstrauma zurückgefallen und die posttraumatische Belastungsstörungsstörung wurde erneut ausgelöst.

In der Zeit war ich innerlich komplett blockiert, quasi handlungsunfähig und tagtäglich mit meiner Ohnmacht konfrontiert. Ich war nicht mehr fähig normale Alltagsdinge zu bewältigen, geschweige denn zur Arbeit zu gehen. In dieser Zeit wurde ich psychologisch betreut und über einen längeren Zeitraum krankgeschrieben. Für mich war das ein innerer Zustand, der nicht erträglich war und ich fragte mich, wie auch du dich vielleicht: Was kann ich tun?

Heilung und Maßnahmen von einer posttraumatischen Belastungsstörung

Eine der wichtigsten Maßnahmen bei der Heilung von einer posttraumatischen Belastungsstörung ist die Unterstützung durch einen qualifizierten Therapeuten oder Psychiater. Die evidenzbasierte Therapie, die oft als erste Wahl empfohlen wird, ist die Traumatherapie, wie die kognitive Verhaltenstherapie oder die EMDR-Therapie. Diese Therapieformen können helfen, traumatische Erinnerungen zu verarbeiten und Symptome zu reduzieren.

In einigen Fällen kann dein Arzt Medikamente verschreiben, um Symptome wie Angst, Depression oder Schlafstörungen zu behandeln. Diese Medikamente können in Verbindung mit Therapie eine wichtige Rolle spielen. Ich bin kein Freund von Medikamenten und dennoch kann ich aus eigener Erfahrung heraus sagen, dass mir ein Antidepressivum geholfen hat, um erst einmal wieder auf Spur zu kommen. Ich habe diese über mehrere Monate genommen, die dann in einer Reha-Maßnahme allmählich ausgeschlichen worden.

Selbstfürsorge und soziale Unterstützung, die zur Heilung beitragen

Achte auf deine körperliche und emotionale Gesundheit. Distanziere dich von Personen, die dich zuvor missbraucht oder manipuliert haben oder gehe in den No Contact. Das ist ganz wichtig, damit du mehr und mehr heilen kannst. Das funktioniert nicht, solange du eng an die Menschen gebunden bist, die immerzu dafür sorgen, dass du retraumatisiert wirst. Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf können dazu beitragen, deine Gesundheit insgesamt zu verbessern. Praktiken wie Meditation und Achtsamkeit können ebenfalls hilfreich sein, um mit Stress umzugehen.

Rede mit Freunden und Familie über deine Erfahrungen, wenn du dich dazu in der Lage fühlst. Das Teilen deiner Gefühle und Gedanken kann entlastend sein und du musst nicht alleine mit deinen Problemen kämpfen. Vermeide, wenn es irgendwie möglich ist, Situationen oder Orte, die deine posttraumatischen Belastungssymptome auslösen können. Dies kann dazu beitragen, die Belastung zu reduzieren. In Gruppen-Therapiesitzungen kannst du dich mit anderen Menschen austauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Dies kann ein Gefühl der Gemeinschaft und des Verständnisses bieten.

In der heutigen Podcastfolge bespreche ich mit dir unter anderem:

  • Woran erkenne ich eine posttraumatische Belastungsstörung?
  • Welche Symptome zeigt eine posttraumatische Belastungsstörung?
  • Was kann ich tun, um eine posttraumatische Belastungsstörung zu heilen?

Wie baue ich Resilienz nach toxischen Beziehungen auf?

Das Aufbauen von Resilienz nach toxischen Beziehungen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Genesung und zur Verbesserung deiner psychischen Gesundheit. Der erste Schritt zur Stärkung deiner Resilienz ist oft die Suche nach professioneller Unterstützung. Ein Therapeut, Berater oder Coach kann dir dabei helfen, die Auswirkungen nach toxischen Beziehungen und die damit einhergehende posttraumatische Belastungsstörung zu verarbeiten. Du lernst für dich gesündere Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Lerne gesunde Grenzen zu setzen und Nein zu sagen, wenn es notwendig ist. Dies hilft dir dabei, dich vor zukünftigem Missbrauch oder toxischen Beziehungen zu schützen. Reflektiere deine Erfahrungen und versuche aus ihnen zu lernen. Dies wird dafür wichtig sein, Muster zu erkennen und in Zukunft gesündere Entscheidungen zu treffen.

Fokus auf dich selbst richten, für ein starkes Ich

Die Bereitschaft, an der eigenen Selbstfürsorge und Selbstliebe zu arbeiten und sich mit den eigenen Erfahrungen auseinander zu setzen, kann den Weg zur Genesung ebnen. Das bedeutet auch, sich mit seinen schmerzhaften Emotionen auseinander zu setzen. Die Menschen sind dazu prädestiniert, ihren schmerzhaften Emotionen aus dem Weg zu gehen. Damit verstärkt sich jedoch der Berg an schmerzhaften Emotionen in ihnen. In dem Moment, wo wir uns unseren schmerzhaften Emotionen zuwenden und diese bejahend fühlen, können sich diese in positivere Gefühle wandeln.

Ersetze negative Gedanken über dich selbst durch positive und unterstützende Selbstgespräche. Das Stärken des Selbstwertgefühls ist ein wichtiger Bestandteil der Resilienz. Arbeite mit einem Therapeuten, Berater oder Coach daran, gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um mit Stress und Belastungen umzugehen. Dies können Techniken wie Achtsamkeit, Meditation und Stressabbauübungen umfassen. Konzentriere dich auf die Zukunft und setze dir klare Ziele, die dir dabei helfen, dich von der Vergangenheit zu lösen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Akzeptanz und Loslassen nach toxischen Beziehungen 

Das Akzeptieren der Vergangenheit und das Loslassen von Groll und Schuldgefühlen gegenüber sich selbst können dazu beitragen, den Schmerz nach toxischen Beziehungen zu überwinden. Bedenke, dass du zu jedem Zeitpunkt dein Bestes gegeben hast. Mehr war einfach nicht drin! Damit diese Erfahrung nicht umsonst war, lerne stattdessen daraus und mache es zukünftig besser. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Heilung kein gradliniger Prozess ist. Es wird Rückschläge geben und es ist wichtig, geduldig mit sich selbst zu sein und realistische Erwartungen an sich selbst zu haben. Es ist normal, dass der Schmerz nach toxischen Beziehungen nicht sofort nachlässt und es kann einige Zeit dauern, bis du dich vollständig erholt hast. Der wichtigste Schritt ist jedoch, sich selbst die Erlaubnis zu geben zu heilen. Der Weg zur Genesung kann herausfordernd sein, dennoch ist er machbar und es gibt Hilfe und Unterstützung. Du bist nicht alleine!

Hier kannst du dir diese Podcastfolge anhören:

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Ich freue mich auf dich.
Von Herz zu Herz, deine Martina

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